08.04.13

Stahlpreisentwicklung kuscht vor Arbeitsmarkt

Die Stahlpreisentwicklung 2013 kommt mit der konjunkturellen Lage nicht klar. An der Londoner Metallbörse (LME) sinkt der Stahlpreis für Steel Billet während der Veröffentlichung eines katastrophalen Arbeitsmarktberichtes auf 170 Dollar (132 Euro). Das ist der niedrigste Stand seit fünf Jahren. Die Preisentwicklung für Warmbreitband hält sich mit Ach und Krach über der Marke von 600 Dollar.

In den USA wurden im März außerhalb der Landwirtschaft lediglich 88.000 neue Stellen geschaffen. Analysten hatten mit einer Zunahme von 190.000 Jobs gerechnet. Die so genannte Partizipationsrate der amerikanischen Bevölkerung auf dem Arbeitsmarkt sinkt mit 63,3 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 1979.

Die Bremsspuren der schwachen Stahlkonjunktur werden bei der Preisentwicklung für US-Warmbreitband immer eklatanter. Der an der Warenterminbörse in Chicago (CME) gehandelte Terminkontrakt für warm gewalzten Stahl (Hot Rolled Coil) sank seit Januar von 655 Dollar (504 Euro) auf 608 Dollar (471 Euro) pro Tonne.

Lokomotive

Deutschlands Industrieproduktion ist nicht imstande das Ruder für die Stahlpreisentwicklung herumzureißen. Zwar erhöhte sich der Ausstoß des produzierenden Gewerbes um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat und übertraf damit die Erwartungen der Ökonomen. Die Zahlen liegen jedoch zu weit in der Vergangenheit, weil es sich um den Berichtsmonat Februar handelt.

Das gleiche gilt für die Entwicklung der Auftragseingänge in der Industrie. Deutsche Firmen konnten im Februar ein Plus von 2,3 Prozent verbuchen. Die Daten beinhalten nicht das Aufflammen der Schuldenkrise, zu dem es durch die Italien-Wahl und die abenteuerliche Rettungsaktion Zyperns kam.