30.04.13

Stahlpreisentwicklung nordeuropäisches Warmbreitband 475 €

Die Stahlpreisentwicklung kratzt die Kurve nicht. Stattdessen geht es immer tiefer in den Keller. Der Stahlpreis pro Tonne für warm gewalzten Stahl sinkt in Nordeuropa aktuell auf 470-480 Euro. Vor einem Monat notierte die Preisentwicklung für Warmbreitband noch bei 480-490 Euro, im Januar waren es 510 Euro CFR (Cost and Freight - Verkäufer übernimmt die Kosten von der Verladung bis zum Importhafen).

Sehr viel drastischer ist das Einbrechen bei dem an der Londoner Metallbörse gehandelten Stahlkontrakt für Steel Billet (Stahlknüppel). Die Preise für das Vorleistungsprodukt sanken von 289 Dollar (219 Euro) Anfang Januar auf 120 Dollar (92 Euro) Ende April. Seit dem Erreichen des Hochs im August 2011 bei 690 Dollar (476 Euro) krachte der Stahlpreis um 83 Prozent zusammen.

Preisentwicklung Warmbreitband Nordeuropa

Es ist vor allem die schwache Konjunktur in Europa, die der Stahlkonjunktur nach wie vor zu schaffen macht. In Deutschland hat sich der erwartete Wirtschaftsaufschwung verzögert, wie die Entwicklung der Inflationsrate zeigt. Wegen der nachlassenden Konjunktur sank die jährliche Inflationsrate von 1,4 Prozent im März auf 1,2 Prozent im April. Das ist der niedrigste Stand seit knapp zweieinhalb Jahren.

Nun dürfte sich die Europäische Zentralbank (EZB) in der Pflicht sehen. Eine große Mehrheit der von den Finanzdiensten befragten Volkswirte rechnet mit einer Senkung des Leitzinssatzes von derzeit 0,75 auf 0,50 Prozent. Bei der auswärtigen Sitzung der EZB am 2. Mai in Bratislava soll es bereits soweit sein.

Eine Lockerung der Geldpolitik und zinsgünstigeres Zentralbankgeld spricht grundsätzlich für höhere Rohstoffpreise. Die Geldschwemme der Notenbanken dürften Eisenerz und Kohle verteuern, was am Ende der Kette prinzipiell für einen Anstieg der Stahlpreise spräche. Ein solcher Preiserhöhungseffekt wird bei Rohöl sichtbar. Auf dem Stahlmarkt bleibt er wegen den Überkapazitäten seit Jahren aus.