02.05.13

Italien ist Hoffnungsschimmer für Stahlpreisentwicklung

Die Stahlpreisentwicklung darf auf italienischen Rückenwind hoffen. Der Stiefelstaat hat eine neue Regierung und verblüfft Ökonomen mit einer Aufhellung im produzierenden Gewerbe. Für die Stahlpreise in Europa ist Italien, die drittgrößte Volkswirtschaft des Euroraums, ein Schlüsselland. Nur Deutschland produziert mehr Stahl.

Seit Monaten sind die Stahlpreise für Warmbreitband am sinken. Auch Anfang Mai setzt sich in Südeuropa die Tendenz zu niedrigeren Preisen für warm gewalzten Stahl fort, berichten Stahlhändler. Es könnte jedoch nun zu einer Trendwende kommen, weil der Euroraum den tiefsten Punkt der Rezession im ersten Quartal durchschritten zu haben scheint.

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das produzierende Gewerbe in Italien stieg stärker als erwartet von 44,5 Punkten im März auf 45,5 Zähler im April. Zwar ist die Wachstumsschwelle von 50 Punkten für den unter Ökonomen als sehr zuverlässig geltenden PMI-Frühindikator noch ein gutes Stück entfernt. Die Tatsache, dass der Index nach mehrmonatiger Talfahrt anziehen kann, ist jedoch bereits eine Erfolgsmeldung.

Italiens Rohstahlproduktion fiel von 2,7 Millionen Tonnen im März 2012 auf 2,2 Millionen Tonnen im März 2013. Sollte es gelingen am Markt höhere Stahlpreise durchzusetzen und die Produktion auszuweiten, könnte Warmbreitband die Marke von 500 Euro je Tonne zurückerobern. Die italienische Stahlindustrie ist ein Schwergewicht in Europa. Sie produziert in etwa soviel Stahl wie Frankreich und Großbritannien zusammen.