05.05.13

Wie die Stahlaktien den Stahlpreisen davoneilen

Aktienkurs ThyssenKrupp (Bild: Bloomberg)

Knapp zehn Prozent haben die Aktien von ThyssenKrupp und Salzgitter in den vergangenen zwei Wochen zugelegt. Es scheint als laufen in diesem Jahr die Aktienkurse den Stahlpreisen voraus. Betonstahl und Walzstahl bleibt günstig. Einzig die an der Londoner Metallbörse gehandelten Kontrakte für Steel Billet (Stahlknüppel) weisen Anstiegszuckungen auf.

Der LME Stahlpreis klettert nach positiven Konjunkturdaten aus den USA von 113 Dollar (85,64 Euro) auf 130 Dollar (99,16 Euro) pro Tonne. Die Beschäftigung in den Vereinigten Staaten zieht stärker an als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft schufen der öffentliche Sektor und die Privatwirtschaft 165.000 neue Jobs. Ökonomen hatten mit 146.000 Stellen gerechnet. Die Arbeitslosenrate sinkt um 0,1 auf 7,5 Prozent.

Von der konjunkturellen Aufhellung haben zweifelsfreie die deutschen Stahlaktien profitiert. Die Anteilsscheine von ThyssenKrupp kletterten seit dem 18. April von 13,12 Euro auf 14,42 Euro (+9,91 Prozent). Der Kurs der Salzgitter Aktie erhöhte sich von 28,53 Euro auf 31,02 Euro (+8,73 Prozent). Die Performance des Duisburger Stahlhändler Klöckner bleibt mit einer Zunahme von 8,86 Euro auf 9,35 Euro (+5,53 Prozent) unterdurchschnittlich.

Das Statistische Bundesamt hat ausgerechnet, dass Walzstahl im März 2013 um 4,1 Prozent günstiger war als im März 2012. Die Stahlpreise für Betonstahl sanken im Jahresvergleich sogar um 12,3 Prozent. An der Börse interessiert sich augenscheinlich niemand für die Vergangenheit. Offenbar reicht den Stahlaktien schon aus, dass die Stahlpreise nicht weiter fallen. Insofern dürfte mit Spannung zu beobachten sein, was mit den Aktienkursen passiert, wenn die Hüttenbetreiber Preiserhöhungen durchsetzen.