06.06.13

Stahlpreise: "Ich rechne durchaus mit noch schlimmeren"

Niedrige Stahlpreise hindern den österreichischen Hüttenbetreiber Voestalpine nicht daran einen Gewinn von mehr als einer halben Milliarde Euro auszuweisen. Wegen der sinkenden Stahlpreisentwicklung häufen ArcelorMittal, ThyssenKrupp und Salzgitter Verluste an. Die Abwärtsspirale könnte weitergehen, sagt Voestalpine-Chef Wolfgang Eder.

Aktienkurs Voestalpine (Bild: Bloomberg)

"Es gibt kaum mehr Unternehmen, die bei diesen Preisen verdienen", sagte Eder bei der Vorlage der Geschäftszahlen. "Ich rechne durchaus mit noch schlimmeren." Voestalpine gehört zu den Unternehmen, die trotz niedrigen Stahlpreisen Geld verdienen. Der Stahlkonzern erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Gewinn von 522 Millionen Euro. Die Dividende wird von 0,80 auf 0,90 Euro je Aktie erhöht.

Wer wissen will, was auf dem Stahlmarkt los ist, sollte sich Eders Lagebeurteilungen ansehen. Eine Belebung des Stahlmarktes sei nicht in Sicht, sagte Eder, der auch Präsident des europäischen Stahlverbandes Eurofer ist. Voestalpine verdient in Nischen, wie der Luftfahrt und der Eisenbahn-Infrastruktur, mit hochqualitativen Stahlerzeugnissen sein Geld.

Börsianer fragen sich, welcher europäische Stahlkonzern zu einer ähnlichen Erfolgsgeschichte in der Lage sein könnte. ArcelorMittal und ThyssenKrupp erscheinen zu groß und zu unflexibel. Salzgitter könnte es am ehesten schaffen. Die Salzgitter-Aktie sank seit Jahresbeginn von 39,56 auf 28,08 Euro (-29,02%). Anteilsscheine von Voestalpine gaben trotz extrem schlechter Stahlkonjunktur lediglich von 28,03 auf 27,20 Euro nach (-2,96%).