10.06.13

Stahlpreisentwicklung stabil / Schrottpreise bröckeln

Die Stahlpreise stabilisieren sich. Der an der Londoner Metallbörse (LME) gehandelte Stahlkontrakt für Steel Billet (Stahlknüppel) kletterte in den zurückliegenden zwei Wochen von 125 USD (96 Euro) auf 135 USD (102 Euro) pro Tonne. Es könnte die lang ersehnte Trendwende einer Stahlpreisentwicklung sein, die im August 2011 bei 690 USD (476 Euro) notiert hatte und seither massiv einbrach.

Der Stahlpreis pro Tonne für an der Warenterminbörse in Chicago (CME) gehandeltes Warmbreitband legte seit Ende Mai von 578 USD (448 Euro) auf 590 USD (457 Euro) zu. In den USA wurden im Mai mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft gab es einen Beschäftigungszuwachs von 175.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Ökonomen hatten mit einem Plus von 167.000 Jobs gerechnet.

Webseiten mit aktuellen Stahlpreisen:

Angespannt bleibt die Lage hingegen auf dem Schrottmarkt. Der durchschnittliche Preis für Buntmetallschrott in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien sank nach den Daten des europäischen Stahlverbandes Eurofer von 294 Euro im April auf 280 Euro im Mai. Zuvor hatte bereits die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) einen Rückgang der Altschrottpreise von 248,70 Euro auf 236,30 Euro festgestellt.

Zu den sinkenden Schrottpreisen könnte auch der unerwartet hohe Wechselkurs des Euros zum US-Dollar beigetragen haben. Viele Devisenexperten hatten zu Jahresbeginn mit einem Absacken der Gemeinschaftswährung auf 1,25 USD gerechnet. Stattdessen schafft der Euro immer wieder den Sprung über 1,30 USD. Europäische Schrotthändler nutzen den starken Euro, um sich in Drittländern mit Schrott einzudecken. Dadurch verringert sich die innereuropäische Nachfrage, was den Rückgang der Schrottpreise begünstigt.