07.08.13

Salzgitter setzt auf US-Stahlkonjunktur & Stahlpreise


Der Salzgitter-Aktienkurs kommt unter die Räder. Die Anteilsscheine von Deutschlands zweitgrößtem Stahlkocher brechen zweistellig ein. Restrukturierungskosten und der schwache Geschäftsverlauf führen dazu, dass Salzgitter bisher nicht von höheren Stahlpreisen in den USA und Asien profitiert. Dass soll sich nun ändern.

An der Börse sinkt die Salzgitter-Aktie nach der Bekanntgabe sehr schwacher Halbjahreszahlen von 28,56 Euro auf 25,75 Euro (-9,84%). Für dieses Jahr ist die Rede von einem Vorsteuerverlust von 400 Millionen Euro + x. Das x steht für die Restrukturierungskosten. Salzgitter will sich zu einem Technologiekonzern weiter entwickeln, ähnlich wie es der sehr erfolgreich agierende österreichische Stahlkonzern Voestalpine bereits getan hat.

Weil eine Trendwende in Europa noch nicht in Sicht ist, setzen die Salzgitter-Konzernchefs auf Wachstum in den USA und Asien. Vor allem in den Vereinigten Staaten ist die Lage vielversprechend. Die US-Stahlpreise sind seit Monaten am klettern. Der an der Terminbörse in Chicago (CME) gehandelte Kontrakt für Warmbreitband stieg von 578 Dollar im Mai auf 642 Dollar im August.

Die Erhöhung wird durch robuste Konjunkturdaten bestätigt. Der von vielen Analysten beobachten ISM-Einkaufsmanagerindex kletterte im Juni mit 55,4 Punkten auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren.

Darüber hinaus nehmen Ökonomen eine deutlich über den Erwartungen liegende Verringerung des amerikanischen Handelsbilanzdefizits zur Kenntnis. Das US-Wachstum im zweiten Quartal dürfte daher die Erwartungen übertreffen.