11.09.13

Stahlpreise für warm gewalzten Stahl steigen auf 490 Euro

Nun kann also auch ArcelorMittal in Europa höhere Stahlpreise durchsetzen. Der Branchenriese verkaufe seinen warm gewalzten Stahl ab Werk für 490 Euro pro Tonne, berichtet das Rohstoffportal Platts. Das neue Preisniveau dürfte von der Kundschaft akzeptiert werden, weil Verkaufspreise für Warmbreitband von 470 Euro bereits erzielt worden seien, heißt es aus Marktkreisen.


Zuvor erhöhte Salzgitter seine Stahlpreise. ArcelorMittal habe bis Dezember gut gefüllte Auftragsbücher. Man könne die Preiserhöhungen bei Kunden, die Qualitätsstahl erster Güte benötigen, durchsetzen. Es gebe keinen Grund, warum andere Stahlproduzenten es ArcelorMittal nicht gleichtun sollten, zitiert Platts einen Branchenkenner.

Das Kaufverhalten der Stahlhändler sowie der stahlverarbeitenden Industrie lässt darauf schließen, dass man mit einem weiteren Anstieg der Stahlpreise rechnet. Einige Lageristen und Endkunden wollen Lieferverträge für bis zu sechs Monate mit den Stahlproduzenten abschließen, um sich das gegenwärtige Preisniveau zu sichern.

In Anbetracht der nun nachhaltig anziehenden Stahlpreisentwicklung könnten Stahlaktien interessant sein. Die Salzgitter-Aktie notiert aktuell bei 32,70 Euro. Sie hat in den letzten zwölf Monaten lediglich um 2,05 Prozent zugelegt. Als unterbewertet gelten auch die Anteilsscheine von ThyssenKrupp, die seit Anfang September 2012 um sechs Prozent verloren haben. Die Aktie wird derzeit bei 16,46 Euro gehandelt.

Den Kunden von ThyssenKrupp und Salzgitter aus der Automobilwirtschaft kamen die niedrigen Stahlpreise bisher offenbar entgegen. Die Aktie von Volkswagen kletterte binnen eines Jahres um 20 Prozent, BMW-Anteilsscheine um 34 Prozent und die Daimler Aktie gar um 41 Prozent.