02.10.13

Amerikas Stahlpreisentwicklung im Shutdown-Dilemma

Das politische Gezerre in den USA dürfte sich negativ auf die Stahlpreisentwicklung auswirken. Weil sich das Wachstum in der weltgrößten Volkswirtschaft in den letzten Monaten verlangsamte, haben die Stahlpreise nachgegeben. Warm gewalzter Stahl könnte wegen des US-Haushaltstreits noch günstiger werden.

An der Warenterminbörse in Chicago (CME) gehandeltes Warmbreitband sank von 648 Dollar am 9. August auf 630 Dollar am 30. September 2013. Aktuell notiert der Stahlkontrakt bei 635 Dollar. Aufgrund der saisonalen Nachfrageschwankungen könnten die amerikanischen Stahlpreise, wie im letzten Jahr, in den kommenden Monaten auf 600 Dollar sinken.

Stahlpreis US-Warmbreitband (US-Dollar pro Tonne)

Die Politiker in Washington sind derzeit dabei die wirtschaftliche Erholung lahmzulegen. Weil sich Demokraten und Republikaner im Kongress nicht über die Finanzierung der öffentlichen Hand einigen können, droht sich das gesamtwirtschaftliche Wachstum zu verlangsamen. Je länger der so genannte "Shutdown" von bundesstaatlichen Einrichtungen und Behörden dauert, umso problematischer wird es.

Volkswirte rechnen damit, dass der Haushaltsstreit im vierten Quartal der US-Wirtschaft etwa 0,3 Prozent Wachstum kosten dürfte. Sollte es Washington darüber hinaus verpatzen die bei 16,7 Billionen Dollar liegende Schuldenobergrenze fristgemäß anzuheben, könnten die Einbußen noch deutlich höher ausfallen.