10.12.13

Europas Stahlpreisen fehlt der Wechselkurs-Kick

Der europäischen Stahlkonjunktur täte eine vorteilhaftere Entwicklung des Wechselkurses gut. Eine Abwertung des Euros würde Importstahl verteuern. Gleichzeitig könnten sich die innereuropäischen Stahlpreise erhöhen. Weil der Euro jedoch mittlerweile knapp 1,40 US-Dollar kostet, bleibt dieser in Brasilien zu beobachtende Verdrängungseffekt aus.

Der Stahlpreis für warm gewalzten Stahl aus europäischer Produktion liegt aktuell bei 430 Euro pro Tonne ab Werk. Nach Nordeuropa importiertes Warmbreitband kostete zuletzt 430-440 Euro, wie eine Preismeldung auf "Metal Bulletin" zeigt. Unterdessen kletterte der Euro Wechselkurs auf ein Zweimonatshoch bei 1,3795 Dollar. Anfang November 2013 hatte die Gemeinschaftwärhung lediglich 1,3295 gekostet.

ThyssenKrupp

Für Brasiliens Stahlindustrie ist die Lage vorteilhafter, weil der brasilianische Real gegenüber dem Dollar seit Jahresbeginn um etwa 25 Prozent gesunken ist. Durch die Abwertung des Reals entstehe ein unterstützendes Szenario für die inländischen Stahlpreise, meinen die Analysten von Goldman Sachs, Humberto Meireles and Diogo Miura.

Wegen dem Anstieg der Stahlpreise sei eine Verbesserung der Ertragslage von Stahlunternehmen in Brasilien wahrscheinlich, prognostiziert Goldman Sachs. Dies könnte für den deutschen Stahlkonzern ThyssenKrupp von Bedeutung sein, der sich dazu entschloss, sein defizitäres Werk in Brasilien doch nicht abzustoßen.

ThyssenKrupp kündigte zuletzt an, das Stahlwerk in Brasilien für die nächsten zwei bis drei Jahre weiter betreiben zu wollen, weil man keinen akzeptablen Verkaufspreis erzielen konnte. Sodann soll die Hütte keine roten Zahlen mehr schreiben und erneut angeboten werden, da sie nicht in die Technologie-Strategie des Essener-Konzerns passe.