12.03.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im März 2015 - Update 2

An der Londoner Metallbörse gehandelter Rohstahl (Steel Billt) wird wechselkursbedingt teurer. Während der in Dollar notierende Stahlpreis bei 295 USD stagniert, klettert der Preis in Euro von 261 auf 278 Euro. Auslöser ist ein Rückgang des EUR/USD-Wechselkurses von 1,1320 auf 1,0598, den Devisenexperten auf den Kauf von Staatsanleihen durch die Europäischen Zentralbank (EZB) zurückführen.

Der Stahlpreis für US-Warmband (Hot-Rolled Coil) sinkt auf ein Rekordtief bei 495 Dollar pro Tonne. Die Abnahme des an der Warenterminbörse in Chicago gehandelten Stahlkontraktes hatte sich bereits angedeutet, nachdem der Warmbandpreis im Mittleren Westen der USA zuvor um 10 Dollar auf 492 Dollar purzelte.

In den USA kam es zu einem drastischen Rückgang der Rohstahlproduktion. In der Woche zum 7. März 2015 sank der Produktion um knapp zwölf Prozent auf 1,645 Millionen Tonnen, teilt der US-Stahlverband (AISI) mit. Die Kapazitätsauslastung fiel auf 69,6 Prozent, nachdem sie im März 2014 noch bei 77,7 Prozent gelegen hatte.

Die amerikanischen Stahlpreise könnten im Mai/Juni 2015 wieder steigen, meint The Steel Index. Bis dahin würde sich der Abbau von auf Lager gelegten Stahlprodukten dem Ende neigen. Einige Stahleinkäufer teilten diese Einschätzung, weil sie im Verlauf des zweiten Quartals Stahl kaufen müssten. Ob sich die Stahlpreise erholten, hänge ferner von dem Schrottmarkt ab.

Im Euroraum sank die Industrieproduktion im Januar 2015 um 0,1 Prozent gegenüber Dezember 2014, meldet das europäische Statistikamt Eurostat. Volkswirte hatten mit einer Zunahme um 0,3 Prozent gerechnet. Besonders schwach war der Ausstoß in Italien, der um 0,7 Prozent fiel. In Deutschland gab es eine Stagnation auf dem Niveau des Vormonats, während Frankreichs Industrieproduktion um 0,4 Prozent zulegte.