13.03.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im März 2015 - Update 3

Sowohl die europäischen Stahlexporte als auch die innereuropäische Nachfrage nach Stahlprodukten dürfte zulegen, prognostiziert der europäische Stahlverband Eurofer. Der um die Exporte und Importe bereinigte tatsächliche Stahlverbrauch werde im laufenden Jahr in der EU um 2,0 Prozent auf 149 Millionen Tonnen steigen, prognostiziert Eurofer.

Am Devisenmarkt sinkt der Euro-Wechselkurs auf ein 12-Jahrestief bei 1,0482 US-Dollar. Die Talfahrt der Gemeinschaftswährung könnte dazu beitragen, dass die europäischen Stahlexporte stärker steigen als von Eurofer erwartet, zumal ein Ende nicht in Sicht ist. Die Devisenexperten der Deutsche Bank sehen den Wert eines Euros bis 2017 auf 0,85 Dollar sinken.

"Die EU ist weltweit die einzige Region, in der seit Ausbruch der Krise auf die veränderte Nachfragebedingungen reagiert und Kapazitäten netto aus dem Markt genommen wurden. Im Rest der Welt sind die Kapazitäten dagegen weiter gestiegen, nämlich seit 2010 um knapp 30 Prozent, in China sogar um 45 Prozent", stellt Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident Wirtschaftsvereinigung Stahl, fest.

An einer weiteren Konsolidierung auf dem europäischen Stahlmarkt werde nach Ansicht der Konzernlenkner von ThyssenKrupp und Voestalpine aber kein Weg vorbei gehen.

"Die Exportnation Deutschland gehört zwar zu den seltenen Ausnahmen, aber auch hier verschärft die miserable Kapazitätsauslastung in Europa den Wettbewerb und sorgt für extrem schlechte Preise sowie Verluste bei den meisten Stahlproduzenten", heißt es in einem in der Frankfurter Allgemeine veröffentlichten Kommentar über die Lage auf dem Stahlmarkt.