18.03.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im März 2015 - Update 4

Der weltgrößte Stahlproduzent ArcelorMittal hat keinerlei Pläne die Kapazitäten seiner Stahlwerke in Europa weiter zu verringern. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Wir haben unsere Kapazität angepasst", sagte ArcelorMittals Deutschland-Chef Frank Schulz der Nachrichtenagentur Reuters.

19 der 25 europäischen Hochöfen seien derzeit in Betrieb. Es gebe keine Pläne auch nur einen Hochofen abzuschalten, sehe man von Reparaturarbeiten einmal ab, so Schulz. In Deutschland plane man dieses Jahr 88 Millionen Euro in die Modernisierung von vier deutschen Stahlwerken zu stecken.

Salzgitters Ilsenburger Grobblech hat einen Auftrag zur Lieferung von 10.000 Tonnen Grobblech für den Offshore Windpark "Wikinger" in der Ostsee an Land gezogen. Die Stahlpreise für Grobblech sanken seit Jahresbeginn von 502 Euro auf 489 Euro pro Tonne. Damit steht Grobblech kurz davor günstiger als Kaltband zu sein, dessen Preis zuletzt bei 487 Euro lag - nach 486 Euro zu Jahresbeginn.

Die Stahlnachfrage werde in Europa im laufenden Jahr voraussichtlich um zwei Prozent steigen, da sich das Baugewerbe und der Automobilsektor beginne zu erholen. Allerdings bedeute ein Überangebot von Importen aus China, wo sich das Wachstum abschwächt, und mehr russischen Importen wegen des Verfalls des Rubels, dass die Stahlpreise weiter sinken würden, berichtet Reuters.

Die Stahlpreise für Baustahl legen an der Warenterminbörse in Shanghai zum vierten Mal in Folge zu. Der meistgehandelte Kontrakt mit Lieferung im Oktober 2015 klettert auf 2.514 Yuan (380 Euro) pro Tonne. "Wir sehen eine zurück kommende Kaufaktivität bei physischem Stahl. Die Leute erwarten eine stärkere Nachfrage am Ende dieses Monats oder Anfang April", sagen Händler.