04.05.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im Mai 2015

"200.000 Tonnen Rohstoffe und Stahl werden täglich über die Bahn transportiert. Ein 3-Tage-Streik im Schienengüterverkehr stellt die Stahlunternehmen vor riesige Probleme. Die Deutsche Bahn befördert für die Stahlindustrie in Deutschland ca. 65 Millionen Tonnen im Jahr", erläutert die Wirtschaftsvereinigung Stahl die Belastungen des Bahnstreiks.

Die weltweite Rohstahlproduktion sank im März 2015 um 2,7 Prozent auf 138,05 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahresmonat, teilt der Weltstahlverband Worldsteel mit. In Deutschland fiel die Produktion um 4,4 Prozent auf 3,87 Millionen Tonnen, in Italien gab es einen Rückgang um 9,8 Prozent auf 2,01 Millionen Tonnen. Frankreichs Rohstahlproduktion kletterte um 3,0 Prozent auf 1,44 Millionen Tonnen.

Weil sich die Lage in der französischen Industrie entgegen den Erwartungen eintrübt, dürften die Produktionszuwächse im April zu Gunsten Italiens ausfallen. Der von dem Datendienstleister Markit erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) für Frankreich sinkt auf 48 Punkte - nach 48,4 Zählern im Vormonat. Damit entfernt sich das Barometer noch weiter von der bei 50 Zähler liegenden Wachstumsschwelle. Der italienische PMI steigt hingegen von 53,3 Punkte auf 53,8 Zähler.

Weiterlesen: Italien neue Lokomotive der Stahlkonjunktur

In Deutschland klettert der wegen seiner Zuverlässigkeit von Analysten hoch geschätzte PMI um 0,2 Punkte auf 52,1 Punkten. Aufgrund des Bahnstreiks und langer Wochenenden im Mai dürfte der Index jedoch im laufenden Monat eher sinken als steigen.

Die globale Produktion von Edelstahl werde im laufenden Jahr auf ein Rekordhoch klettern, prognostiziert die Metallberatungsgesellschaft MEPS. Demnach wird es zu einer Erhöhung um 3,4 Prozent auf 43,1 Millionen Tonnen kommen. In der EU wurden letztes Jahr 7,2 Millionen Tonnen Edelstahl produziert. Das waren 1,4 Prozent mehr als 2013, aber immer noch 23 Prozent weniger als im Rekordjahr 2006.