11.05.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im Mai 2015 - Deutschland

Deutschlands Industrieproduktion erleidet entgegen den Erwartungen einen Rückschlag. Die Fertigung im Verarbeitenden Gewerbe sank im März 2015 um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Wirtschaftsministerium in Berlin mitteilt. Volkswirte waren von einem Anstieg um 0,4 Prozent ausgegangen.

Auch der Auftragseingang in der Industrie blieb mit einem Zuwachs von 0,9 Prozent unter den Prognosen der Experten, die mit 1,5 Prozent gerechnet hatten. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe, ein bedeutender Frühindikator, legte hingegen im April 2015 leicht um 0,2 Punkte auf 52,1 Zähler zu, meldet der Datendienstleister Markit.

Europas größter Stahlhändler, Klöckner & Co., kämpft mit einem neuerlichen Verfall der Stahlpreise. Dieser hat das Unternehmen wieder tief in die roten Zahlen gerissen. Der Verlust lag im ersten Quartal 2015 bei 21 Millionen Euro - nach einen Fehlbetrag von 2 Millionen Euro im ersten Quartal 2014. Das Ziel, das operative Ergebnis im laufenden Jahr zu steigern, erscheine nun "sehr ambitioniert", sagte Vorstandschef Gisbert Rühl.

In Nordeuropa sank der Stahlpreis ab Werk für warm gewalzten Stahl seit Jahresbeginn von 405 Euro auf 399 Euro, wie aus Referenzpreislisten von The Steel Index hervorgeht. Die Stahlpreise für Kaltband fielen von 486 auf 476 Euro, von verzinktem Flachstahl von 522 Euro auf 519 Euro und von Grobblech von 498 Euro 484 Euro.

Klöckner & Co. ist wegen seiner Präsenz auf dem amerikanischen Markt auch von einem Preissturz in den USA betroffen. Dort verbilligte sich Warmband von 606 Dollar auf 445 Dollar pro Tonne (-26,57 Prozent). Der Grobblechpreis sank von 786 Dollar auf 624 Dollar (-20,61 Prozent).