18.06.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im Juni 2015 - Deutschland II

Deutschlands Rohstahlproduktion lag im Mai 2015 um 5,4 Prozent niedriger als im Mai 2014. Insgesamt wurden 3,71 Millionen Tonnen Rohstahl produziert, teilt die Wirtschaftsvereinigung Stahl mit. Von einer Abkühlung der Stahlkonjunktur könne aber keine Rede sein. Die rückläufige Produktion geht auf den in diesem Jahr mit Feiertagen durchsiebten Kalendermonat Mai zurück.

Dass die Rohstahlproduktion schon bald wieder steigen dürfte, legt eine neue Konjunkturprognose des Ifo-Instituts nahe. Das Wachstum dürfte 2015 statt der bisher erwarteten 1,5 Prozent um 1,9 Prozent zulegen, teilen die Münchner Volkswirte mit. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich derzeit in einem kräftigen Aufschwung", sagt der Konjunkturexperte Timo Wollmershäuser.

Das Wachstum wird in erster Linie vom privaten Konsum getragen, wodurch die Aussichten für die Stahlindustrie etwas gedämpft sind. Ein Ende der chronischen Investitionsschwäche bei den Anlagegüter ist in Deutschland noch nicht absehbar.


Ein Dämpfer für die Stahlkonzerne kommt von den Autoverkäufen, welche im Mai in Deutschland und Frankreich sanken, wie der Branchenverband Acea meldet. In der Europäischen Union steigen die Autoverkäufe weiter, jedoch hat sich das Wachstum verlangsamt. Insgesamt wurden 1,11 Millionen Fahrzeuge zugelassen. Das war ein Plus von lediglich 1,3 Prozent - nach 6,9 Prozent im April und 10,6 Prozent im März.

Die Produktion warmgewalzter Erzeugnisse kletterte in Deutschland in den ersten vier Monaten um drei Prozent und im Mai um mehr als fünf Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten. In Nordeuropa sank der Stahlpreis für Warmband in den vergangenen vier Monaten gemäß den Referenzpreislisten von "The Steel Index" von 414 Euro auf 392 Euro pro Tonne (Ex-mill, ab Werk).