24.06.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im Juni 2015 - Update 3

Die weltweite Rohstahlproduktion fiel im Mai 2015 um 2,1 Prozent geringer aus als im Mai 2014. Insgesamt wurden 139,31 Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt, wie der Weltstahlverband Worldsteel mitteilt. In den ersten fünf Monaten des Jahres lag die Produktion mit 689,04 Millionen Tonnen um 1,9 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum.


Gegen den Trend haben  die Stahlproduzenten in der Europäischen Union (EU) ihre Produktion um 0,7 Prozent 15,09 Millionen Tonnen ausgeweitet. Besonders gut lief es in Großbritannien, das ein Plus von 10,2 Prozent auf 1,11 Millionen Tonnen verbuchte. In Deutschland gab es einen feiertagsbedingten Dämpfer, wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl, die ihre Zahlen an Worldsteel meldet, bereits berichtet hatte.

In der Industrie der Eurozone "wurde die Produktion im laufenden Quartal im Durchschnitt so stark hochgefahren wie seit einem Jahr nicht mehr", meldet das Forschungsinstitut Markit. Der von den Markit-Experten erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) steigt im Juni auf 52,5 Punkte nach 52,2 Zähler im Mai. Damit befindet sich der zuverlässige Frühindikator noch ein Stück weiter über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Für etwas Stirnrunzeln sorgt der Ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands. Er sinkt auf 107,4 Punkten. Das sind 1,1 Punkte weniger als im Mai. "Im Verarbeitenden Gewerbe verschlechterte sich das Geschäftsklima merklich. Nach dem Jahreshöchststand im Vormonat gab die sehr gute Lageeinschätzung etwas nach", sagt der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn.

Entweder in den Erhebungen von Markit, dessen PMI für Deutschland im Juni um 0,8 Punkte auf 51,9 Zähler klettert, oder in den Daten des Ifo-Insituts scheint ein Messfehler zu stecken. Es kommt selten vor, dass sich beide Indikatoren so unterschiedlich entwickeln.