02.07.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im Juli 2015

Die weltweiten Stahlpreise sanken in den vergangenen zwölf Monaten um 24 Prozent, teilt die Metallberatungsgesellschaft MEPS mit. Hintergrund ist der Absturz der Eisenerzpreise. Der Rückgang sei für die Stahlproduzenten nicht so gravierend, weil die rückläufigen Verkaufserlöse durch niedrige Beschaffungskosten für Eisenerz kompensiert würden.

In Deutschland bekommt die Stahlkonjunktur einen kräftigen Schub von der Autoindustrie. Die Neuzulassungen kletterten im Juni um 13 Prozent auf 313.600 Fahrzeuge, meldet der Verband der Automobilindustrie (VDA). In der ersten Jahreshälfte ergab sich ein Plus von 5 Prozent auf 1,62 Millionen Autos. Die Beschäftigung in der Automobilbranche lag im Juni bei 785.000 Arbeitnehmern. Das waren 18.000 Stellen mehr als im Vorjahresmonat.

Anders als in Europa, kann der Stahlpreis für warm gewalzten Stahl in den USA weiter steigen. Der an der Warenterminbörse in Chicago gehandelte Kontrakt klettert auf 475 Dollar pro Tonne. Das ist der höchste Stand seit fünf Wochen. Die Lage im produzierenden Gewerbe der USA verbessert sich. Der ISM-Einkaufsmanagerindex kletterte im Juni auf 53,5 Punkte nach 52,8 Zählern im Mai.

In China sinkt der Baustahlpreis auf ein Rekordtief bei 2.089 Yuan pro Tonne (303 Euro). Es ist der niedrigste Stand seitdem der Kontrakt im Jahr 2009 ins Leben gerufen wurde. Das Überangebot von Stahl auf dem chinesischen Markt in Verbindung mit einer sinkenden Nachfrage aufgrund des langsameren Wirtschaftswachstum wiegt auf den Preisen. Die chinesische Notenbank senkte über das Wochenende die Zinsen, damit das Wachstumsziel der Regierung von sieben Prozent nicht außer Reichweite gerät.

Die Stahlnachfrage in Westeuropa kann sich behaupten, schreibt MEPS. Die Hüttenbetreiber müssten sich aufgrund günstiger Stahlimporte jedoch eines verschärften Wettbewerbs stellen.