13.07.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im Juli 2015 - Deutschland II

Deutschlands Rohstahlproduktion erhöht sich um 5,8 Prozent. Im Juni 2015 lag die Produktion bei 3,77 Millionen Tonnen Rohstahl - nach 3,46 Millionen Tonnen im Juni 2014, meldet die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Damit wurden die Monatsdurchschnitte der vergangenen fünf Jahre deutlich überschritten. Gleichzeit endet eine Talfahrt. Denn zwischen Februar und Mai war die Rohstahlproduktion stets zurückgegangen.

Die höhere Stahlproduktion könnte ein Vorbote einer wieder ansteigenden Industrieproduktion sein. Im Mai 2015 stagnierte die Produktion bei 0,0 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das Statistische Bundesamt letzte Woche mitteilte. Volkswirte hatten mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent gerechnet. Dazu kam es nicht, weil die Produktion im Baugewerbe um 0,5 Prozent und die von Maschinen um 0,1 Prozent sank. Ohne den kräftigen Produktionsanstieg in der florierenden Automobilindustrie, die um 2,2 Prozent expandierte, wäre die Industrieproduktion gesunken.

Stahlpreis Prognose

"Jegliche Strafmaßnahme dürfte positiven Einfluss auf die Entwicklung der europäischen Stahlpreise im zweiten Halbjahr haben und damit die Aussichten für die Konzerne verbessern", zitiert "Der Aktionär" den Analyst Rochus Brauneiser von der französischen Investmentbank Kepler Cheuvreux. Hintergrund sind mögliche Wettbewerbsverzerrungen beim Import von kaltgewalzten Edelstahlblechen aus China und Russland, die derzeit von der EU-Kommission unter die Lupe genommen werden.

Sollte Brüssel Strafzölle verhängen, wäre dies neben der höheren Rohstahlproduktion ein zusätzlicher Grund für die Aktien von deutschen Stahlproduzenten weiter zu steigen. Die Anteilsscheine von ThyssenKrupp kletterten seit Mitte Januar 2015 von 19,34 Euro auf aktuell 23,80 Euro (+23,06 Prozent). Die Salzgitter-Aktie schoss von 21,48 Euro auf 32,22 Euro hoch (+50,00 Prozent).