23.07.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im Juli 2015 - Update 3

Die europäische Stahlkonjunktur kann sich trotz einem schwierigen Marktumfeld behaupten. Die in der Europäischen Union ansässigen Stahlproduzenten erhöhten ihre Rohstahlproduktion im Juni 2015 auf 14,63 Millionen Tonnen nach 14,39 Millionen Tonnen im Juni 2014, meldet der Stahlverband Worldsteel.

Dem Plus in der EU von knapp zwei Prozent steht ein Minus in Asien von zwei Prozent entgegen. Besonders deutlich sank die Rohstahlproduktion in Japan (-6,2 Prozent) und Südkorea (-3,6 Prozent). In China, dem weltweit mit Abstand größten Stahlproduzenten, kam es zu einer Abnahme um 0,8 Prozent. Die Rohstahlproduktion in Nordamerika sank um 6,4 Prozent auf 9,41 Millionen Tonnen.

Frankreichs Industrie ist auf dem aufsteigenden Ast. Die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe hat sich stärker aufgehellt als erwartet. Ein von der französischen Statistikbehörde Insee erhobenes Stimmungsbarometer erhöhte sich im Juli auf 102 Punkte nach 100 Punkten im Juni.


Damit deutet sich an, dass die Rohstahlproduktion in Europas zweitgrößter Volkswirtschaft im laufenden Monat Juli steigen dürfte. Im Juni ging sie noch einmal um 1,3 Prozent auf 1,38 Millionen Tonnen zurück, während in Deutschland die Hüttenbetreiber ihre Produktion kräftig ausweiteten.

Die Kapazitätsauslastung der Stahlwerke in den 65 Ländern, die an Wordsteel berichten, sank von 75,7 Prozent im Juni 2014 auf 72,2 Prozent im Juni 2015. Dies ist ein Indiz dafür, dass in China trotz sinkender Nachfrage weiterhin große Mengen an Stahl produziert werden. Die Stahlprodukte werden dann zu Dumpinpreisen angeboten und machen den europäischen Stahlproduzenten das Leben schwer.