18.09.15

"Stahl aus China drückt auf die Preise in Europa und USA"

Die Stahlpreise für Flachstahlerzeugnisse sind in der vergangenen Woche gefallen. Hintergrund seien niedrig angesetzte Verkaufspreise für warm gewalzten Stahl und den vor Korrosion geschützten feuerverzinkten Stahl des italienischen Stahlkonzerns Ilva, meldet "Steel First". Warmband südeuropäischer Herkunft kostete zuletzt 351 Euro pro Tonne ab Werk. Das waren 5 Euro weniger als vor einem Monat und 37 Euro weniger als zu Jahresbeginn.

Trotz angekündigter Preiserhöhungen der Stahlproduzenten im Mittleren Westen der USA vermochten die Stahlpreise nicht zu steigen. Der von "The Steel Index" ermittelte Stahlpreis für warm gewalzten Stahl (Hot-Rolled Coil) sank im August um 16 Dollar auf 454 Dollar pro Tonne. US Steel hatte die Preise im Juli um 40 Dollar je Short Tonne (907,2 Kilogramm) angehoben.


Der Stahlpreis für warm gewalzten Stahl sank an der Warenterminbörse in Chicago (CME) in den vergangenen drei Wochen von 463 Dollar auf aktuell 449,50 Dollar pro Tonne. An der Londoner Metallbörse (LME) notiert der Stahlpreis für Steel Billet weiterhin bei 100 Dollar pro Tonne (87 Euro). Der mit physischem Stahl unterlegte Kontrakt tritt seit Monaten auf der Stelle. Hintergrund sind geringe Handelsumsätzen, die auf Probleme mit der Lagerhaltung zurückzuführen sind.

"Stahl aus China drückt auf die Weltmärkte und damit auf die Preise in Nordamerika und Europa. Das nächste Jahr wird mit Sicherheit besser werden. Die Restrukturierungen werden greifen." Das sind die Worte des Vorstandsvorsitzenden des Stahlhändlers Klöckner & Co. (KlöCo), Gisbert Rühl. Die KlöCo-Aktie notiert aktuell bei 8,04 Euro. Zu Jahresbeginn waren die Anteilscheine mit 9,05 Euro 11% mehr wert.

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Diagramme Stahlpreisentwicklungen Januar-September 2015