12.11.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im November - ROUNDUP 2

Die weltweite Rohstahlproduktion wird 2016 voraussichtlich um 1,2% auf 1,64 Milliarden Tonnen steigen. So lautet die aktuelle Prognose der Metallberatungsgesellschaft MEPS. Für 2015 rechnen die Experten mit einem Rückgang um 3% auf 1,62 Milliarden Tonnen. Sämtliche Stahlmärkte auf der Welt seien überversorgt.

Für die Stahlkonzerne geht es langsam ans Eingemachte. Die Stahlpreise sanken zuletzt stärker als die Bezugspreise für die zentralen Einsatzstoffe Eisenerz und Kohle. Diese führe dazu, dass die Gewinnmargen von Stahlproduzenten wie ArcelorMittal und ThyssenKrupp abnehmen. Erschwerend komme hinzu, dass sich die Stahleinkäufer in diesem Jahr im Herbst sehr zurückhielten, berichtet MEPS.

Europäische Stahlkonzerne haben aufgrund der jüngsten Entwicklungen am Devisenmarkt ein Ass im Ärmel. Wegen der schwachen Verfassung der Stahlmärkte versuchten die Produzenten ihre Stahlprodukte zunehmend außerhalb der Landesgrenzen zu verkaufen, sagt MEPS. Der Euro hat sich in den letzten Wochen gegenüber dem US-Dollar um 7% abgeschwächt. Dies sollte den im Euroraum ansässigen Stahlkonzernen helfen, ihre Stahlexporte in Drittstaaten zu erhöhen.

Die Industrieproduktion im Euroraum lag im September 2015 um 0,3% niedriger als im August 2015, teilt die europäische Statistikbehörde Eurostat mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang um 0,1% gerechnet. Die Produktion von Gebrauchsgütern sank um 3,9%, von Verbrauchsgütern um 1,0% und von Investitionsgütern um 1,0%. Die Erzeugung von Vorleistungsgütern stagnierte, die Produktion von Energie erhöhte sich um 1,2%.