29.12.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im Dezember - Deutschland IV

"Die Konjunkturaussichten trüben sich 2016 ein. In der gesamten Wirtschaft schwindet die Zuversicht", sagt der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, laut einer Reuters-Meldung. Er rechnet für das nächste Jahr nur mit einem Wachstum in Deutschland von 1,3%. Das ist deutlich weniger als die meisten Forschungsinstitute, die knapp 2% erwarten, aber in der Vergangenheit regelmäßig falsch lagen.

Die deutsche Industrie will ihre Investitionen 2016 um 6% erhöhen, wie aus einer neuen Umfrage des ifo Instituts hervorgeht. 2015 hat das Verarbeitende Gewerbe seine Investitionen lediglich um 4% gesteigert. Während die großen Unternehmen beabsichtigen ihre Ausgaben für Ausrüstungsgüter zu erhöhen, wollen die kleinen Unternehmen sie eher kürzen.

"Wenn's gut läuft, gehe ich allenfalls von einer Seitwärtsbewegung aus", sagt der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Rainer Dulger, zur Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die stahlintensive deutsche Metall- und Elektroindustrie erwartet für das nächste Jahr kein Wachstum in ihrer Branche. Das schwache Wachstum in China und anderen Schwellenländern verunsichere die Unternehmen.

Der billige Euro überzeichne die Wirtschaftsstärke Deutschlands, erläutert der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner. Auch die niedrigen Rohstoffpreise seien ein endlicher Effekt, der nicht über fehlende Nachfrage in wichtigen Zielländern wie China hinwegtäuschen dürfe.

"Im Moment ist es so, dass unsere Produkte in den ausländischen Märkten preiswerter geworden sind und damit wettbewerbsfähiger, ohne dass wir dafür etwas getan haben", pflichtet Dulger Börner bei. Deutschland profitiere von einem "Scheinaufschwung", der auf dem tiefen Ölpreis, dem schwachen Euro und niedrigen Zinsen basiere.