24.12.15

ThyssenKrupp und Salzgitter zünden Weihnachts-Turbo

Die deutschen Stahlaktien legen eine Jahresendrallye hin. Die Aktie von ThyssenKrupp klettert in 30 Stunden von 17,40 Euro auf 18,80 Euro (+8,05%). Anteilsscheine von Salzgitter steigen in der vorweihnachtlichen Woche von 20,83 Euro auf 23,09 Euro (+10,85%). Weil die Rohstahlproduktion in Übersee am sinken ist, haben die Aktien viel Auftrieb.


Bei 128,83 Millionen Tonnen lag die weltweite Rohstahlproduktion im November 2015, wie der Stahlverband Worldsteel mitteilte. Die Erzeugung war um 4,1% niedriger als im November 2014. Besonders erfreulich aus der Sicht der deutschen Stahlindustrie: Die Produtkionsrückgänge in China haben sich in den letzten Monaten deutlich erhöht.

In der ersten Jahreshälfte 2015 gab es in China lediglich moderate Rückgänge des Stahlausstoßes von monatlich um die 1%. In der zweiten Jahreshälfte fiel die Rohstahlproduktion im Mittel um 2%. Zwischen September und November sank sie sogar um mehr als 3%. China ist der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt. Wenn die Chinesen die Erzeugung drosseln, kommt weniger billiger Importstahl auf den europäischen Markt.

Dass die Aktienkurse von ThyssenKrupp und Salzgitter gerade jetzt so stark steigen, führen Börsianer auf den Ausblick für 2016 zurück. Die Drosselung der Stahlerzeugung habe für die chinesische Regierung in den nächsten Jahren Priorität, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Tag von Heiligabend.

Rückenwind für die Aktienkurse kommt auch aus Brüssel. Die Europäische Kommission hat die Registrierung chinesischer Stahlprodukte angeordnet. Als nächstes könnten die Wettbewerbshüter Strafzölle verhängen, was die Ertragskraft deutscher Stahlunternehmen stärken würde.