04.01.16

ThyssenKrupp: Achtung, bei dieser Aktie tut sich etwas

Die ThyssenKrupp-Aktie war 2015 der viertgrößte Verlierer im Dax. Das soll sich 2016 ändern. Konzernchef Heinrich Hiesinger setzt auf die Politik. Sie soll ihm mit Mindestpreisen die Konkurrenz aus China vom Hals halten. Zum anderen will Deutschlands größter Stahlproduzent als Gewinner aus der anstehenden Neuordnung in der europäischen Stahlindustrie hervorgehen.

Bei 18,34 Euro geht die ThyssenKrupp-Aktie aus dem Handel 2015 - nach 21,16 Euro zu Jahresbeginn. Die Anteilseigner verlieren 13,3%. Zunächst sieht es ganz gut aus. Die Papiere steigen bis Jahresmitte auf 24,92 Euro, werden dann aber von einer Schockwelle erwischt. In China kommt es erst zu einem Aktien-Crash, gefolgt von einer starken Konjunkturabkühlung. Die Stahlpreise brechen weltweit massiv ein.

In Nordeuropa sinkt der durchschnittliche Stahlpreis für Warmband zwischen April und Dezember 2015 von 404 Euro auf 317 Euro je Tonne. Die ThyssenKrupp-Aktie stürzt bis zum Ende des Sommerquartals auf 15,25 Euro ab. Es folgt eine rasche Erholung. Anfang Dezember sind die Papiere zeitweise mehr als 20 Euro wert.


Mit Mindestpreisen sollte die Europäische Union die Wettbewerbsnachteile europäischer Hersteller im Vergleich zu den Billigimporteuren aus China beheben, sagt Hiesinger im Interview mit der Zeitung "Welt am Sonntag".

Etwaige Strafzölle der EU-Kommission auf importierten Stahl kommt laut Moody's Investors Service eine Schlüsselrolle zu. Der nach Europa strömende Stahl würde besser kontrolliert. Der damit einhergehende Rückgang von importierten Stahl schöbe die Nachfrage nach heimischen Stahlerzeugnissen an. Dadurch wäre ThyssenKrupp in der Lage seine Profitabilität zu steigern.

"Wir gehen davon aus, dass es irgendwann zu einer Konsolidierung kommen wird. Wenn sich die Chance zur Konsolidierung bietet, werden wir uns daran beteiligen", so Hiesinger. Fusionen und Übernahmen im europäischen Stahlsektor würde die Stahlproduktion verringern. Die verbleibenden Unternehmen könnten sich den EU-Markt in größere Kuchenstücke aufteilen, was die Durchsetzung höherer Stahlpreise extrem erleichtern würde.