10.02.16

Stahlpreise und Stahlmarkt im Februar 2016 - ROUNDUP 3

Trotz einer schwachen Nachfrage aus China wegen den dortigen Neujahresfestivitäten kann sich der Eisenerzpreis über 45 US-Dollar je Tonne halten, meldet "SteelFirst". Der zentrale Rohstoff für die Stahlerzeugung ist 14% teurer als Mitte Januar 2016, als er auf ein Tief bei 39,51 Dollar sank. Auf dem Stahlmarkt kommt der Anstieg von Eisenerz bisher nicht an. An der Londoner Metallbörse (LME) treten die Stahlpreise für Rohstahl bei 170 Dollar und für Betonstahl bei 323 Dollar auf der Stelle.

Die italienische und französische Industrieproduktion ging zum Jahresende überraschend stark zurück. In Italien, das in der EU nach Deutschland am zweitmeisten Stahl herstellt, fiel der Ausstoß um 0,7%, wie die nationale Statisktikbehörde mitteilt. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,3% gerechnet. Noch kräftiger tritt Frankreichs Industrie auf die Bremse. Hier liegt das Minus bei 1,6%. Damit hinkt die französische Industrie weiterhin anderen Ländern hinterher. Spanien steht kurz davor Frankreich als drittgrößten Stahlproduzenten der EU abzulösen.

Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine kann trotz sinkender Stahlpreise und einem schwierigen Marktumfeld punkten. Der Gewinn der letzten drei Quartale kletterte nach Steuern um 17,6% auf 509 Millionen Euro, wie der Konzern in Linz mitteilt. Voestalpine hat sich wie kein anderer Konzern in Europa auf die Herstellung hochqualitativen Stahls spezialisiert, weshalb ihm der aus China kommenden billige Importstahl weitaus weniger belastet als Unternehmen wie ThyssenKrupp und ArcelorMittal. Letztgenanntes hat seinen Aktionären die Dividende gestrichen und geht eine Kapitalerhöhung von 3 Milliarden Euro an.

In den USA sei der Stahlpreis für warm gewalzten Stahl in der zum 29. Januar 2015 endenden Woche um ein paar Dollar auf 395 Dollar gestiegen, berichtet "The Steel Index". Einige Marktakteure rechneten wegen einer Verlangsamung von Stahlimporten aus China, niedrigen Lagerbeständen in Stahl-Service-Zentren und längeren Lieferzeiten mit einem weiteren Anstieg der Stahlpreise. Dies ist insofern interessant, weil es um die US-Industrie momentan nicht gut bestellt ist. Der wichtige ISM-Einkaufsmanagerindex lag im Januar bei 48,2 Punkten. Er war damit den dritten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Anders als den Europäern gelingt es den Amerikanern offenbar das Stahlangebot auf dem heimischen Markt zu begrenzen. Die Angebotsverknappung führt dann nach den Gesetzmäßigkeiten der Volkswirtschaft zu einem Nachfrageüberhang von Stahlunternehmen und einem Anstieg der Stahlpreise.