15.02.16

Stahlpreise und Stahlmarkt im Februar 2016 - Deutschland III

Deutschlands Wirtschaftswachstum wird sich nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank im 1. Quartal 2016 etwas verstärken. Neben einem weiteren Anstieg des Konsums sei mit einer Erhöhung der Bautätigkeit zu rechnen. Letzteres könnte der Stahlkonjunktur etwas auf die Sprünge helfen. Bei denen für die Industriekonjunktur so wichtigen Investitionen in Ausrüstungen lässt die Erholung wegen der schwachen Auslandsnachfrage auf sich warten, was ThyssenKrupp in Bedrängnis bringt.

Die deutsche Wirtschaft erreichte im Schlussquartal 2015 ein Wachstumsrate gegenüber dem Vorquartal von 0,3%. Gemäß den Bundesbank-Volkswirten stehen die Chancen gut, dass es im 1. Quartal 2016 auf 0,4-0,5% nach oben geht. Der Stahlindustrie in Deutschland, die nach Branchenangaben unter den niedrigsten Stahlpreisen seit zwölf Jahren ächzt, dürfte das jedoch kaum weiterhelfen.

Weil die Wirtschaft hohe Produktionskapazitäten vorhalte "sollte auch die Bereitschaft der Unternehmen zunehmen, in Ausrüstungen zu investieren. Wesentliche Voraussetzung für ein stärkeres Wirtschaftswachstum und eine höhere Investitionsbereitschaft der Unternehmen ist, dass die Auslandsnachfrage die Schwächephase in der zweiten Jahreshälfte 2015 überwindet und der Industriekonjunktur Auftrieb verleiht", heißt es in dem aktuellen Monatsbericht der Bundesbank.

Auf eine anziehende Industriekonjunktur und einen verbesserten Stahlmarkt in der zweiten Jahreshälfte setzt man auch bei ThyssenKrupp. "Wir sehen eine Bodenbildung bei den (Stahl-)Preisen in Europa und leicht steigende Preise in den USA", erklärt Finanzvorstand Guido Kerkhoff. An der Börse, die die wirtschaftliche Entwicklung in der Regel um 6-9 Monate vorwegnimmt, traut man dieser Einschätzung nicht so recht über den Weg. Die ThyssenKrupp-Aktie konnte zwar zuletzt von 12,84 Euro auf 14,20 Euro steigen. Vor einem Jahr waren die Anteilsscheine jedoch mehr als 23 Euro wert.