02.02.16

Stahlpreise und Stahlmarkt im Februar 2016 - Deutschland

Während die Aktienkurse von ThyssenKrupp und Salzgitter immer weiter in den Keller rauschen, raufen sich die Sozialpartner der deutschen Stahlindustrie zusammen. In einem gemeinsamen Eckpunktepapier warnen IG Metall und Wirtschaftsvereinigung Stahl vor einer zu hohen Belastung für die Branche. Hintergrund sind die Klimaziele der EU und billiger Importstahl aus China.

"Schon heute wird mit den explodierenden chinesischen Stahl-Importen als ökologischem Rucksack wesentlich mehr CO2 nach Europa importiert, als wenn der Stahl hierzulande produziert würde. Dies schadet sowohl dem Klima als auch den Stahlunternehmen. Die Verschärfung des Emissionshandels würde dieses Problem massiv vergrößern", sagt Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl.


Die ThyssenKrupp-Aktie sinkt auf 13,51 Euro - den tiefsten Stand seit drei Jahren. Die Anteilsscheine von Salzgitter fallen mit 18,02 Euro auf ein 11-Jahrestief. Der Absturz scheint übertrieben. Einer der wichtigsten Kunden der Stahlhersteller, die deutsche Automobilindustrie, konnte im Januar 2016 mehr Autos verkaufen. Die Zulassungen lagen mit 218.400 Pkw um 3% höher als im Januar 2015, teilt der Branchenverband VDMA mit.

Obwohl es in der Automobilindustrie gut läuft, schaltet die deutsche Industrie einen Gang zurück. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) büßte zum Jahresauftakt um 0,9 Punkte auf 52,3 Punkte ein, wie der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) und das Forschungsinstitut Markit mitteilen. Der PMI-Frühindikator sinkt damit auf den tiefsten Stand seit drei Monaten.