28.02.16

Stahlpreise und Stahlmarkt im Februar 2016 - ROUNDUP 7

Die Stahlpreise für Flachstahlerzeugnisse in Europa haben sich im Februar stabilisiert, berichtet die Metallberatungsgesellschaft MEPS. Damit kam es zum Ende einer Talfahrt, die die Stahlpreisentwicklung den Großteil des Jahres 2015 prägte. Die Stahlpreise in Italien und Großbritannien konnten sogar etwas steigen, während sie in Deutschland, Frankreich und Spanien auf der Stelle traten.

Gemäß Daten von "The Steel Index" erhöhte sich der Stahlpreis für warm gewalzten Stahl in Südeuropa zwischen dem 29. Januar und 19. Februar 2016 von 286 Euro auf 288 Euro. In Nordeuropa gab es unter dem Strich keine Veränderung. Warmband fiel zwar Anfang Februar um 2 Euro auf 322 Euro, konnte aber anschließend die Verluste zur Gänze wieder wettmachen.

Die konjunkturelle Entwicklung steht nach Einschätzung des Chefvolkswirten der Europäischen Zentralbank (EZB) auf wackligen Beinen. Europas Volkswirtschaften seien anfällig für einen Schock, sagte Peter Praet bei einer Rede an der Universität Chicago. Mit Blick auf die Weltwirtschaft erklärte der Belgier, dass die Wachstumsdynamik an Schwungkraft verliere.

Chinas Regierung wird konkreter beim Abbau von Überkapazitäten in der Stahlbranche. In den nächsten drei bis fünf Jahren sollen 150 Millionen Tonnen Rohstahl weniger erzeugt werden. Peking weist die regionalen Verwaltungen an, unrentablen Stahlfirmen den Kredithahn zuzudrehen. Um eine Protestwelle im Zuge von Massenentlassungen zu verhindern, legt die Regierung ein 100 Milliarden Yuan (14 Mrd. Euro) schweres Arbeitsmarktprogramm auf.

Die chinesische Rohstahlproduktion lag im Jahr 2015 bei 804 Millionen Tonnen, wie aus Datenerhebungen des Weltstahlverbandes hervorgeht. Im Jahr 2014 waren es 823 Millionen Tonnen. Eine Abnahme der Überkapazitäten im Reich der Mitte gilt als wichtige Voraussetzung für ein Ende der seit Jahren andauernden Stahlkrise in Europa.