07.03.16

Stahlpreise und Stahlmarkt im März 2016 - Deutschland II

Der Auftragseingang der deutschen Industrie hat sich zu Jahresbeginn etwas besser entwickelt als erwartet. Die Bestellungen lagen im Januar 2016 um 0,1% niedriger als im Dezember 2015, meldet das Statistische Bundesamt mit. Volkswirte hatten mit einem Rückgang um 0,4% gerechnet. Das Produzierende Gewerbe, das einen hohen Stahlverbrauch aufweist, steht weiterhin auf wackligen Beinen.

"Die insgesamt durchaus rege Nachfrage aus dem Ausland ist Ausdruck der hohen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie auch in einem fragilen außenwirtschaftlichen Umfeld. Gleichwohl haben sich die Erwartungen in der Industrie zuletzt merklich eingetrübt und signalisieren eine nur moderat aufwärtsgerichtete Entwicklung der Industriekonjunktur", kommentiert das Bundeswirtschaftsministerium.

Deutschlands Wirtschaft hat einen Zahn zugelegt. Der Sentix-Konjunkturindex klettert von 14,5 Punkten im Februar auf 16,9 Zähler im März, wie das Forschungsinstitut mitteilt. Damit stehen die Zeichen gemäß Sentix auf Aufschwung. Eine Entwarnung für die deutsche Konjunktur gibt es allerdings nicht. Zum einen ist die Stimmung im Euroraum so schlecht wie zuletzt vor elf Monaten. Zum anderen leidet Deutschland unter einem Dynamikverlust der globalen Wirtschaft.

"Sind Stahlwerke erst einmal geschlossen, werden sie auch nicht mehr in Betrieb genommen. Deshalb ist es so wichtig, jetzt Einfluss zu nehmen und Zeichen zu setzen", zitiert die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) Günter Back, Betriebsratsvorsitzender bei ThyssenKrupp. Mindestens 10.000 Stahlarbeiter will Back am 11. April in Duisburg auf die Straße bringen, um gegen billigen Importstahl und die geplante Verteuerung des Handels mit CO2-Zertifikaten zu demonstrieren.