09.03.16

Stahlpreise und Stahlmarkt im März 2016 - Deutschland III

Deutschlands Rohstahlproduktion sinkt den vierten Monat in Folge. Im Februar 2016 lag die Stahlproduktion bei 3,36 Millionen Tonnen. Das waren 4,3% weniger als im Februar 2015. Bei warmgewalzten Erzeugnissen lag das Minus bei 6%. "Die Produktionsrückgänge der letzten Monate sind vor allem Ausfluss der schwierigen Rahmenbedingungen auf den internationalen Stahlmärkten", kommentiert die Wirtschaftsvereinigung Stahl.


Die Arbeitnehmer in der Stahlindustrie werden allmählich nervös. Grundsätzlich gilt: Je weniger Rohstahl produziert wird, desto weniger Arbeitsplätze in der deutschen Stahlindustrie sind vorhanden.

Jetzt sind die Führungsetagen von Unternehmen wie ThyssenKrupp und Salzgitter gefragt, legt eine neue Studie über die Stahlindustrie der Unternehmensberatung Roland Berger nahe. "Heute können Sie mittlerweile Stahlprodukte über Online-Plattformen kaufen. Damit sind bestehende Kundenbeziehungen in Gefahr. Hierauf sollten Hersteller und Händler mit neuen Strategien reagieren", sagt Kai-Stefan Schober, Partner von Roland Berger.

Auch eine stärkere regionale Fokussierung statt globaler Präsenz könne zum Teil sinnvoll sein. Bei Stahlunternehmen gehe es nicht mehr in erster Linie um Größe, um global mithalten zu können, so Schober.

Weil ThyssenKrupp neue Entwicklungen verschlafen habe, seien Arbeitsplätze in Deutschland in Gefahr, sagen Kritiker. Die Konzernlenker hätten Milliardenbeträge in unrentablen Werken in Brasilien und USA verpulvert. Nun versuche man diese groben Managementfehler bei der strategischen Unternehmensausrichtung zu kaschieren, in dem man für die schwierige Lage einzig und alleine billigen Importstahl aus China verantwortlich mache.

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