12.04.16

Aktuelle Stahlpreise pro Tonne (1.000 kg) - Stahlkontrakte

Rund um den Globus steigen die Stahlpreise. Der Impuls geht vom weltgrößten Stahlmarkt in China aus. Dort gebe es bis Mai einen regen Aufschwung der Baukonjunktur, was die Stahlnachfrage belebe, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Als Folge kommt es zu einem Anstieg der Eisenerzpreise auf knapp 56 US-Dollar je Tonne - höchster Stand seit drei Wochen. Im Rest der Welt profitieren vor allem die Betonstahl- und Warmbandpreise.

Der Betonstahlkontrakt in Shanghai hat seit Anfang April um mehr als vier Prozent zugelegt. Der meistgehandelte Kontrakt für den Liefermonat Oktober 2016 kletterte von 2.167 Yuan (296 Euro) auf 2.263 Yuan (307 Euro). Ferner kam es zu einem Anstieg des seit Ende November 2015 an der Londoner Metallbörse (LME) gehandelten Betonstahlkontraktes der Güte B500C (Durchmesser 16-20 mm). Er kletterte im April bisher um 35 Dollar auf 423 Dollar.

Höhere Betonstahlpreise begünstigen eine Belebung des Schrottmarktes, weil sie Stahlproduzenten in die Lage versetzen, höher Schrottpreise zu bezahlen. Der LME-Stahlschrottkontrakt notiert aktuell mit 254 Dollar (223 Euro) auf dem höchsten Stand seit knapp fünf Monaten. Der mit physischen Stahl unterlegte LME-Rohstahlkontrakt zeigt hingegen bisher keine Reaktion. Er tritt bei 50 Dollar (44 Euro) auf der Stelle. Dies dürfte auch auf chronische Probleme mit der Lagerhaltung dieses LME-Kontraktes zurückgehen.

US-Warmband profitiert zum einen von dem konstruktiven Umfeld in Europa und China. Zum anderen kletterte der Warmbandreis mit bis zu 480 Dollar (425 Euro) auf den höchsten Stand seit 13 Monaten, weil das US-Handelsministerium höhere Strafzölle auf chinesischen Importstahl verhängt als die EU-Kommission. Hinzu kommt, dass die US-Stahlindustrie weniger zersplittet ist als die europäische, weshalb es Produzenten leichter haben, höhere Stahlpreise bei ihren Kunden durchzusetzen.