12.04.16

Stahlpreise und Stahlmarkt im April 2016 - Deutschland

In Deutschland sank die Rohstahlproduktion zum fünften Mal in Folge. Im März 2016 erzeugten Stahlunternehmen wie ArcelorMittal, ThyssenKrupp und Salzgitter an ihren deutschen Standorten 3,81 Millionen Tonnen Rohstahl, wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl mitteilt. Das waren 1,6 Prozent weniger als im März 2015.

Besorgniserregend ist der Produktionsrückgang bei warmgewalzten Erzeugnisse. Hier lag das Minus gegenüber dem Vorjahresmonat bei 5,0%. Schaut man sich das 1. Quartal 2016 an, dann steht da ein Minus von 5,5% im Vergleich zum 1. Quartal 2015. Die Stahlpreise für Warmband haben in Europa zuletzt recht deutlich zugelegt. Dies spricht dafür, dass Produktionsrückgänge der letzten Monate vorübergehender Natur waren.


Am Montag haben bundesweit mehr als 45.000 Beschäftigte aus der deutschen Stahlindustrie für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Sie forderten höhere Strafzölle auf ausländischen Billigstahl und warnten vor zu harschen Klimaauflagen für die energieintensive Schwerindustrie. Beide Forderungen richten sich an die EU-Kommission in Brüssel.

Untersützung kommt von der deutschen Sozialdemokratie. "Stahl ist Zukunft!", sagte NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Für Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist das Ruhrgebiet die "Herzkammer der deutschen Industrie". Aus der CDU gibt es mit Ausnahme des NRW-Landesvorsitzenden Armin Laschet hingegen kaum Stimmen, die sich für die deutsche Stahlindustrie in Brüssel stark machen wollen.