19.04.16

Stahlpreise und Stahlmarkt im April 2016 - Roundup 3

Die Stahlpreise in China setzen ihren Höhenflug fort. Der in Shanghai gehandelte Terminkontrakt für Betonstahl steigt mit 2.353 Yuan (322 Euro) auf den höchsten Stand seit zehn Monaten. Bislang füllten die Stahlverbraucher lediglich ihre Lager auf, zitiert Reuters den Rohstoffexperten Daniel Hynes von der ANZ Bank. Ein Anstieg des Stahlverbrauchs sei nicht in Sicht, weshalb die Rallye der Stahlpreise an Schwung verlieren dürfte.

In Deutschland und der Eurozone gewinnen Konjunkturoptimisten die Oberhand. Die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobenen Konjunkturerwartungen verbesserten sich in Deutschland moderat und im Euroraum recht deutlich. "Überraschend positive Wirtschaftsnachrichten aus China dürften die Stimmung unter den Finanzmarktexperten aufgehellt haben", erläutert Sascha Steffen vom ZEW-Institut.

Chinesische Stahlimporte haben nach Ansicht der EU-Kommission verheerende Auswirkungen auf die europäische Stahlindustrie. Das sagte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström laut einer Meldung von dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten. Die Stahlpreise seien in den zurückliegenden Jahren um 40 Prozent gefallen.

Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger dämpft die Erwartungen an Zusammenschlüsse in der europäischen Stahlbranche. "Ob, wann und mit wem eine Konsolidierung stattfindet, ist heute noch absolut unklar", sagte Hiesinger auf einer Veranstaltung der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung.

Hiesinger rudert zurück, nachdem sich die polnische EU-Kommissarin Elzbieta Bienkowska in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen" für Subventionen für europäische Stahlkonzerne aussprach. Der thyssenkrupp-Aktie bleibt derweil auf Anstiegskurs. Die Anteilsscheine sind mit 21,18 Euro auf einem 8-Monatshoch. Börsianer spekulieren weiter auf eine Zusammenlegung des Stahlgeschäftes mit dem indischen Stahlkonzern Tata Steel.