16.05.16

Stahlpreisentwicklung aktuell / Stahlpreis Prognose 2016

Beim Anstieg der Stahlpreise handelt es sich nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's Investor Service nicht um den in der Branche so erhofften Befreiungsschlag. Stahlproduzenten profitierten nur vorübergehend. Die grundlegenden Probleme (schwachen Stahlnachfrage, Überkapazitäten, niedrig ausgelastete Stahlwerke) bleiben allgegenwärtig.

Seit Dezember 2015 hat sich der durchschnittliche Stahlpreis für Warmband in Nordeuropa von 315 Euro je Tonne auf 375 Euro (+19,05%) erhöht. Noch stärker waren die Anstiege in Südeuropa und den USA, wo sich die jeweiligen Stahlpreisentwicklungen um 30-50% nach oben bewegten. In China kletterte der Betonstahlpreis bis Ende April 2016 sogar um mehr als 60%.

"Wir beobachten immer noch erhebliche Überkapazitäten weltweit von Stahl und Rohstoffen, begleitet von Rückgängen bei der (Stahl-)Nachfrage und beim Wirtschaftswachstum", sagt Michael Corelli, Vizepräsident bei Moody's.

Eine weitere Antriebsfeder der jüngsten Stahlpreis-Rallye seien höhere Rohstoffpreise im Lichte einer laxeren Kreditvergabe und Konjunkturprogrammen in China. Dies habe zu einer Steigerung der wirtschaftlichen Aktivität und eines Anstoßes der Stahlnachfrage geführt. Der dadurch resultierende Anstieg der Stahlpreise ist nach Einschätzung von Moody's aber nicht von Dauer.

Die gedämpfte Stahlpreis Prognose der Kredit-Ratingagentur ist eine schlechte Nachricht für Stahlproduzenten. Ihre Finanzlage ist bereits angespannt, wie die unlängst von ArcelorMittal durchgeführte Kapitalerhöhung um 2,7 Milliarden Euro zeigte. Auch die Finanzlage von ThyssenKrupp hat sich zuletzt wegen um 400 Millionen Euro gestiegenen Nettoschulden verschlechtert.