07.06.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Dienstag, 7. Juni 2016

Deutschlands Industrieproduktion legte einen ordentlichen Start in das zweite Vierteljahr hin. Die Erzeugung der Unternehmen erhöhte sich im April um 0,8% gegenüber dem Vormonat, teilt das Statistische Bundesamt mit. Antriebsfeder war ein überdurchschnittlicher Anstieg der mitunter sehr stahlintensiven Investitionsgüter um 2,2%.

"Die Stimmung in den Unternehmen des Produzierenden Gewerbes hat sich in den vergangenen Monaten etwas aufgehellt", kommentiert das Bundeswirtschaftsministerium. "Die Industrie dürfte nach der außenwirtschaftlich bedingten leichten Schwächephase im zweiten Halbjahr 2015 ihre moderate Belebung fortsetzen", mutmaßt das Ministerium.

An der Londoner Metallbörse (LME) kommt es zum ersten Anstieg des Stahlkontraktes für Rohstahl (Steel Billet) seit neun Monaten. Der im Gegensatz den zu den Kontrakten für Betonstahl und Stahlschrott mit physischem Stahl unterlegte Rohstahlkontrakt klettert von 50 US-Dollar auf 75 Dollar. Von September bis Oktober 2015 war LME-Rohstahl auf 100 Dollar auf 170 Dollar geklettert und danach bis März 2016 auf 50 Dollar gefallen.

Der Eisenerzpreis hat erneut die Marke von 50 US-Dollar je Tonne überquert. Im Lichte steigender Stahlpreise in China verteuert sich der zentrale Rohstoff für die Stahlerzeugung um 2,2% auf 50,60 Dollar. Ende April 2016 kostete Eisenerz zwischenzeitlich bis zu 70,46 Dollar und war damit so teuer wie seit über einem Jahr nicht mehr.

In den USA kletterte der Stahlpreis für Warmband in der zum 20. Mai 2016 endenden Woche um 61 Dollar auf 609 Dollar je Short Tonne (907,185 kg), meldet "The Steel Index". Hintergrund waren niedrige Lagerbestände in den Stahl-Service-Centern, die es galt aufzustocken. Der US-Stahlpreis in Euro je metrischer Tonne liegt bei 588 Euro. Damit kostet Warmband in den USA 170 Euro mehr als in Europa.