29.06.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 29. Juni 2016

Deutschlands Wirtschaftswachstum werde 2017 wegen dem Austritt Großbritanniens aus der EU um 0,5% geringer ausfallen und bei lediglich 0,9% liegen. Zu diesem Ergebnis kommen die Konjunkturforscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). "Für die exportabhängige deutsche Industrie ist die Entscheidung, das Brexit-Verfahren in Gang zu setzen, eine Hiobsbotschaft", sagt DIW-Chefökonom Ferdinand Fichtner.

"Der Brexit wird den Industriestandort Europa viel Vertrauen bei Investoren kosten. Es wird nicht lange dauern, bis unsere Maschinenexporte nach Großbritannien spürbar zurückgehen werden", erklärt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Der Verband warnt vor einer langen Phase der Unsicherheit wegen den unklaren Verhandlungen und Modalitäten des EU-Austritts Großbritanniens.

In der Industrie des Euroraums hat sich die Wirtschaftsstimmung im Juni spürbar aufgehellt, teilt die EU-Kommission mit. Wie das Ifo-Geschäftsklima für die Industriefirmen in Deutschland wurde der Index größtenteils aus Umfragedaten vor dem Brexit-Votum am 24. Juni 2016 zusammengetragen. Es ist deswegen davon auszugehen, dass es bei den Juli-Erhebungen zu deutlichen Rückgängen kommen wird.

Salzgitter rechnet mit einem besseres Ergebnis für das laufende Jahr. Der zweitgrößte deutsche Stahlkonzern erwartet nun einen Vorsteuergewinn von 30-60 Millionen Euro, nachdem er zuvor mit einer schwarzen Null kalkulierte. Die Salzgitter-Aktie notiert leicht erholt bei 23,34 Euro. Am Vortag sanken die Anteilsscheine mit 23,15 Euro auf den tiefsten Stand seit knapp vier Monaten. ThyssenKrupp steigen von 17 Euro auf 17,86 Euro.