20.06.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Montag, 20. Juni 2016

Deutschlands Wirtschaft wird sich nach einem etwas schwächerem Wachstum im zweiten Vierteljahr laut Einschätzung der Bundesbank wieder beschleunigen. Die Notenbank spricht von einer "recht kräftigen konjunkturellen Grundtendenz" und rechnet in der zweiten Jahreshälfte 2016 mit einer ähnlichen Belebung wie zu Jahresbeginn.

Die stahlintensiven Bereiche der Wirtschaft haben sich zuletzt etwas abgekühlt. "Die günstigen Witterungseinflüsse aus dem Winterhalbjahr sind ausgelaufen, sodass vor allem im Baugewerbe Impulse entfallen. Ferner dürfte die Industrieproduktion nach dem starken Anstieg im ersten Vierteljahr eine Verschnaufpause einlegen", heißt es in dem Bundesbank-Monatsbericht.

Eine Ausnahme bildete die Automobilindustrie, die ihre Expansion vom ersten Quartal ins zweite Quartal herüber retten konnte. Einen spezifischen Ausblick für die Industriekonjunktur liefern die Bundesbank-Volkswirte nicht. Im Lichte der Wachstumsbelebung dürfte sich aber auch die Industrie erholen, zumal jüngste Tendenzen zeigen, dass die Investitionen der Unternehmen am steigen sind.

An der Londoner Metallbörse (LME) liegt der Stahlpreis für Rohstahl (Steel Billet) konstant bei 300 US-Dollar je Tonne. Zwischen dem 3. Juni und 15. Juni 2016 kletterte der Knüppelkontrakt von 50 Dollar auf 300 Dollar (+500%). Die LME-Stahlpreise für Stahlschrott (230 Dollar) und Betonstahl (403 Dollar) treten ebenfalls auf der Stelle. Der Eisenerzpreis steigt auf 51,05 Dollar je Tonne - nach 50,20 Dollar am Ende der letzen Woche.

ArcelorMittal verringert sein Engagement in Frankreichs Stahlindustrie. Gemäß übereinstimmenden Medienberichten will sich der weltgrößte Stahlkonzern von zwei seiner französischen Tochterunternehmen trennen. Frankreichs monatliche Rohstahlproduktion sank zuletzt unter 1.000 Tonnen. Es fällt damit nach Deutschland, Italien und Spanien auf Platz vier der größten Stahlproduzenten der EU zurück.