06.07.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 6. Juli 2016

Die Entwicklung des Auftragseingangs in der deutschen Industrie fällt mit einer schwarzen Null enttäuschend aus. Im Mai 2016 lagen die Bestellungen exakt auf dem Niveau des Vormonats, meldet das Statistische Bundesamt. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 1% gerechnet. Etwas Mut macht der Auftragseingang aus der Eurozone, der um 4% zulegte. Aus Deutschland kamen 1,4% weniger Bestellungen.

"Die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe blieben im bisherigen Jahresverlauf abgesehen von monatlichen Schwankungen nahezu stabil. Das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe hellte sich zuletzt erneut auf und deutet auf eine weiterhin solide Entwicklung hin", kommentiert das Bundeswirtschaftsministerium.

Über der Weltwirtschaft ziehen dunkle Wolken auf. Der erneute Rückgang des Ölpreises deutet daraufhin, dass die globale Nachfrage nachlässt. Auch die wieder fallenden Preise des vielseitig verwendeten Kupfers und die Abwertung der chinesischen Währung Yuan sind Indizien dafür, dass die Weltkonjunktur dabei ist, sich abzuschwächen.

Der Eisenerzpreis ist aus der Sicht der australischen Schifffracht-Spezialisten Clarkson in luftiger Höhe. Der jüngste Preisanstieg des zentralen Rohstoffs für die Stahlerzeugung dürfte von kurzer Dauer sein. Für die zweite Jahreshälfte sei mit "bedeutsam niedrigeren Preisen" zu rechnen, sagen die Analysten.

Eisenerz ist mit knapp 56 US-Dollar aktuell so teuer wie seit zwei Monaten nicht mehr. Sollte der Preis noch einmal wie im Dezember 2015 unter 40 Dollar sinken, dürfte sich der der jüngste Rückgang des Warmbandpreises fortsetzen.