05.08.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Freitag, 5. August 2016

Deutsche Industriefirmen haben überraschend wenige neue Orders eingesammelt. Der Auftragseingang lag im Juni 2016 um 0,4% niedriger als im Mai 2016, meldet das Statistische Bundesamt. Die Bestellungen aus der Eurozone brachen um 8,5% ein. Aus dem restlichen Ausland stiegen die Auftragseingänge hingegen um 3,8%, während es im Inland ein Plus von 0,7% gab.

"Die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe zeigten im ersten Halbjahr insgesamt wenig Dynamik. Das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe reagierte auf das Brexit-Votum im Vereinigten Königreich sehr moderat und bleibt leicht expansiv", kommentiert das Bundeswirtschaftsministerium.

Dass die Industriekonjunktur in Europa Sand im Getriebe hat, darauf deuten auch schwache Produktionszahlen aus Italien hin. Hier sank die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe um 0,4%. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,3% gerechnet. Mit einer Belebung während der Sommermonate sei nicht zu rechnen, sagen italienische Konjunkturexperten.

Der Eisenerzpreis beendet einen kurzen Ausflug über die Marke von 60 US-Dollar je Tonne. Er sinkt auf 58,90 Dollar, nachdem er zuvor drei Tage hintereinander mit 60,50-60,70 Dollar auf den höchsten Ständen seit drei Monaten lag. Die Rohstoffexperten von Goldman Sachs rechnen mit einem Rückfall des Eisenerzpreises unter 40 Dollar.

Mit einer Fortsetzung des Anstiegs der Stahlpreise ist nach Einschätzung des Stahlhändlers Klöckner & Co. erst einmal nicht zu rechnen. "Die Preise sind seit dem Tiefstand Mitte 2015 um etwa 25 Prozent gestiegen", sagt Vorstandschef Gisbert Rühl gemäß einer Reuters-Meldung. In Europa würden sie nun aber wohl erstmal stagnieren.

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