20.02.18

Rege Investitionstätigkeit hebt Stahlpreise

Warmgewalzter Stahl (Hot-Rolled Coil) verteuert sich weiter, und so klettert der entsprechende Stahlpreis auf 752 US-Dollar. Damit ist der US-Stahlkontrakt deutlich teurer als zu Jahresbeginn mit 660 Dollar je Short Tonne (907,185 kg). Steigende Investitionen der Unternehmen dank großzügigen Steuersenkungen helfen auch der europäischen Stahlindustrie.

EU-Stahlproduzenten wie Thyssenkrupp und Voestalpine haben 2017 etwa 3,3 Millionen Tonnen Stahl an amerikanische Abnehmer geliefert. Ein einträgliches Geschäft, das nun allerdings Risiken ausgesetzt ist. Zum einen ist der Euro-Wechselkurs aktuell mit 1,24 US-Dollar deutlich höher. Vor einem Jahr beflügelte ein Umrechnungskurs von 1,05 die Stahlexporte der Europäer.

Zum anderen schreckt US-Präsident Trump auch vor Handelskonflikten mit Nato-Verbündete nicht zurück. Beim europäischen Stahlverband Eurofer blinken die Warnsignale. Trump solle keinen Handelskrieg auslösen ("Do not pull trigger on trade war"), schreibt der Verband in einer Pressemitteilung als Reaktion auf die vom US-Handelsministerium empfohlenen Stahl-Strafzölle.

Die nordamerikanischen Stahlpreisen dürften weiter steigen, sagt die Metallberatungsgesellschaft MEPS mit Verweis auf sogenannte "Angebots-Faktoren". Damit ist gemeint, das vor allem US-Unternehmen wegen den Steuererleichterung in Maschinenparks investieren und ihre Kapazitäten erweitern. Der Stahlnachfrage und den Stahlpreisen hilft das auf die Sprünge.

Zu hohe Stahlpreise wollen US-Unternehmen allerdings nicht bezahlen. Die stahlverarbeitende Industrie hat Präsident Trump gerade davor gewarnt, den Import von Stahlprodukten zu verteuern. Dadurch würden Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze bedroht.