13.03.18

Einschätzungen und Kommentare zum Stahlstreit

USA brechen Regeln auf dem Stahlmarkt
"Mit diesem klar protektionistischen Eingriff in den internationalen Handel verschafft die US-Regierung ihrer Stahlindustrie unfaire Wettbewerbsvorteile. Stahl aus anderen Ländern, der an die neue amerikanische Zollmauer stößt, wird sich vorrangig seinen Weg in Richtung des EU-Marktes suchen. Die Europäische Union muss jetzt umgehend und wirkungsvoll ihre Stahlindustrie vor den Auswirkungen dieser protektionistischen US-Politik schützen", (Wirtschaftsvereinigung Stahl)

Trump wandelt auf Bismarcks Spuren
"Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass heute die amerikanische Stahlindustrie in irgendeiner Weise wieder wettbewerbsfähig werden könnte, sondern das ist ein Spiel, das die USA eigentlich nur verlieren können, denn auf dem Gebiet der Stahlindustrie ist heute kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Hintergrund: Bismark hatte 1878/79 ebenfalls eine Schutzzollpolitik für die deutsche Stahlindustrie gemacht, die sich als Erfolg rausstellte. (Werner Abelshauser, Wirtschaftshistoriker, Deutschlandfunk)

So antwortet die EU
"Wenn jemand anfängt, Steine zu werfen, sollte er besser erst sicherstellen, dass er nicht in einem Glashaus lebt", sagt ein Sprecher der EU-Kommission. Zunächst wolle die EU gemeinsam mit anderen Ländern Beschwerde einlegen bei der Welthandelsorganisation WTO. Ferner ziehe man Stahl-Schutzzölle in Betracht, falls mehr Stahl in die EU geworfen werde. Drittens sind Gegenzölle auf US-Produkte wie Whiskey und Motorräder im Gespräch. (EU-Kommission/Handelskommissarin Cecilia Malmström)

Trump hat recht mit den Stahlzöllen
"Wenn die EU jetzt den großmäuligen Ankündigungen des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker folgt und mit eigenen Strafzöllen reagiert, kann es sein, dass die USA noch massiver reagieren." Der Handel zwischen der EU und den USA sei zwar frei, aber nicht effizient. Ursache seien die hohen Handelsüberschüsse Deutschlands. Trump habe mit seinen Stahlzöllen recht. (Heiner Flassbeck, Ökonom und früherer Staatssekretär von Finanzminister Lafontaine, ZDF heute)