23.03.18

Die Lage auf dem deutschen Stahlmarkt im März 2018

Der deutsche Stahlmarkt ist ungeachtet der Unsicherheit über US-Stahlzölle in guter Verfassung. So konnten die Stahlproduzenten im März höhere Flachstahlpreise bei ihren Abnehmern durchsetzen als im Februar, berichtet die Metallberatungsgesellschaft MEPS. Das Preisniveau entspreche allerdings immer noch nicht ihren Vorstellungen.

Indes kündigt das Weiße Haus an, die EU-Stahlindustrie bis zum 1. Mai 2018 von den Stahlzöllen in Höhe von 25% zu befreien. In den nächsten sechs Wochen hätten die EU und die USA nun Zeit über strittige Handelsfragen zu diskutieren, sagt Wirtschaftsminister Peter Altmaier.

“Ich bin sehr froh, dass wir für die deutsche Stahl- und Aluminiumindustrie und die Beschäftigten dort jetzt eine Situation vermieden haben, die zu großer Unsicherheit geführt hätte", so Altmaier im Deutschlandfunk.

"Ausnahmenregelungen schaffen jedoch allenfalls auf der Exportseite Erleichterungen. Die beiden Grundprobleme bleiben: Der US-Markt wird breitflächig abgeschottet und der EU drohen massive Handelsumlenkungen", kommentiert die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Dem lässt sich gegenüberstellen, dass die USA im Schnitt Zölle auf sämtliche Einfuhren von 2,4% erheben, die EU von 3%.

In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres seien die EU-Stahlimporte über die bisherigen Höchststände von 2016/17 gestiegen, klagt Axel Eggert, Chef des europäischen Stahlververbandes Eurofer. Bei Betonstahl, der in die EU ströme, habe es in den letzten fünf Jahren einen Anstieg um 75% gegeben.