06.03.18

Sind Trumps Stahlzölle ein Pyrrhussieg für US-Stahlerzeuger?

Der US-Warmbandpreis klettert nach einem kurzen Rücksetzer auf 836 US-Dollar je Short Tonne (907,185 kg) wieder auf ein Rekordhoch bei 840 Dollar. Zum Vergleich: Am 28. Februar 2018, einen Tag bevor US-Präsident Trump US-Stahlzölle in Höhe von 25% angekündigt hatte, war der Spotmarktpreis für Warmband bei 794 Dollar.

"Die amerikanische Stahlindustrie wird weniger Wettbewerb ausgesetzt sein. Doch Unternehmen, die sich in einem abgeschotteten Markt bewegen, arbeiten meist weder effizient noch innovativ", schreibt die Neue Zürcher Zeitung. Für US Steel, AK Steel oder Nucor könnte es ein Pyrrhussieg sein, da ihnen durch die Marktabschottung Effizienz und Innovationskraft verloren ginge, schreibt das Blatt.

Es werde für einzelne Länder bei den Stahlzöllen keine Ausnahmen geben, kündigt Trumps nach Wirtschaftsberater Peter Navarro auf CNN an. Allerdings wolle man bei einzelnen Stahlproduzenten einen Mechanismus haben, der es ermöglicht, deren Importstahl ohne die obligatorischen 25% Preisaufschlag zu beziehen. Die Chancen, dass diese Ausnahmenregeln für die deutschen Hersteller Thyssenkrupp und Salzgitter greifen, ist minimal.

Sollten Kanada und Mexiko bei den Nafta-Nachverhandlungen denen von Trumps Regierung gewollten Änderungen zustimmten, könnten sie von Importzöllen auf Stahl- und Aluminium ausgenommen werden, twittert der US-Präsident. Kanada müsse die US-Landwirtschaft weniger restriktiv behandeln, Mexiko beim Kampf gegen Drogen einen Zahn zulegen, so Trump.