14.03.18

Stahlschrottpreise hinken Stahlpreisen hinterher

Die Stahlpreise stagnieren auf hohem Niveau, während sich abzeichnet, dass die von den USA verhängen Stahl- und Aluminiumzölle erst der Anfang sind. Auf dem Stahlschrottmarkt drückt ein hohes Angebot auf die Preise. Hinzu kommt: Eisenerz wurde in den letzten Wochen 12% günstiger, was die Stahlproduktion über die Hochofenroute rentabler macht.

Der Betonstahlkontrakt (B550C) an der Londoner Metallbörse (LME) war in der ersten Märzhälfte in einer engen Handelsspanne zwischen 592 US-Dollar und 601 Dollar je Tonne. Im Februar war die Betonstahlpreise mit 540-570 Dollar tiefer. Ähnlich verhält es sich beim US-Warmbandkontrakt. Hier war die Preisspanne im Februar 720-794 US-Dollar je Short Tonne (907,185 kg), im März bisher 819-840 Dollar.

Wer glaubt Donald Trump lasse sich von seiner Schutzzollpolitik abbringen, dürfte falsch liegen. Nach den Stahlzöllen plane der US-Präsident Importzölle auf chinesische Waren in Höhe von 60 Milliarden Dollar, meldet Reuters. Die Maßnahmen würden "in sehr naher Zukunft" erwartet, sagte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter.

Die EU bemüht sich, so wie Australien, Kanada und Mexiko, von den US-Stahlzöllen ausgenommen zu werden. Ob das gelingt, ist fragwürdig. Die USA wollen offenbar, dass die EU harscher gegen Chinas Stahl-Überkapazitäten vorgeht. Dass kann sich Brüssel allerdings nicht erlauben, weil sonst die europäischen Exporte des Verarbeitenden Gewerbes nach China Vergeltungsmaßnahmen ausgesetzt wären.

Stahlschrott

"Bei den Preisverhandlungen im Februar saßen die Stahlwerke gegenüber den Schrotthändlern am längeren Hebel. Ein hohes Schrottangebot traf auf eine eher verhaltene Nachfrage", berichtet Euwid Receycling und Entsorgung. Für März rechneten die Schrotthändler aber wieder mit steigenden Schrottpreisen.

Sollte der Eisenerzpreis weiter fallen, könnte sich der erwartete Anstieg der Stahlschrottpreise als vorübergehend herausstellen. Der Rohstoff für die Stahlproduktion über die Hochofenroute (Eisenerzgehalt: 62%) vergünstigte sich seit Märzbeginn von 79,39 US-Dollar je Tonne auf zuletzt 69,78 Dollar (-12,1%).