08.05.18

Europa fürchtet neue Stahlschwemme

"Der Druck auf den europäischen Stahlmarkt wächst, weil durch die US-Maßnahmen verstärkt Importe aus anderen Regionen der Welt, etwa aus China, Indien, der Türkei und vielen anderen Ländern, auf die europäischen Märkte drängen", sagt Voestalpine-Chef Wolgang Eder dem Handelsblatt. Die EU laufe Gefahr der Abfallkübel der Welt für Stahl zu werden.

Es gebe bereits konkrete Anzeichen für eine Importschwemme in Europa. In den ersten Monaten des Jahres seien beispielsweise die Stahlimporte aus Russland um 139 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, rechnet Hans-Jürgen Kerkhoff von der Wirtschaftsvereinigung Stahl in der Neuen Osnabrücker Zeitung vor.

Ein Blick auf die Stahlpreise zeigt, dass die Warnungen übertrieben sind. Für das Referenzprodukt Warmband erzielen EU-Stahlproduzenten aktuell einen Verkaufspreis von im Schnitt 560 Euro je Tonne. Zu Zeiten der letzten Stahlschwemme vor zweieinhalb Jahren waren es lediglich 320 Euro.