27.06.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 27. Juni 2018

EU-Stahlmarkt Abschottung wird konkreter
Die von der Stahllobby so vehement geforderte Abschottung des europäischen Stahlmarktes gegen Importstahl steht vor der Finalisierung. Mitte Juli könnte man die so genannten Safeguard Maßnahmen, mit denen verhindert werden soll, dass für den US-Markt bestimmter Stahl wegen Trumps Zöllen in die EU gelenkt wird, beschließen, sagt EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström. Man arbeite sehr eng mit der Stahlindustrie zusammen, um zu beurteilen, ob Umlenkungseffekte zu sinkenden Stahlpreisen führten, so Malmström.

Warmbandpreis in Europa wird transparenter
Die Stahlpreise für warmgewalzten Stahl aus europäischer Produktion werden transparenter: Die Londoner Metallbörse (LME) plant Anfang 2019 den Handel mit einem Warmband-Terminkontrakt aufzunehmen. Vorbild sind die von der LME Ende 2016 erfolgreich lancierten Kontrakte für Betonstahl und Stahlschrott. Das Interesse der Stahlmarkt-Teilnehmer für solche Produkte nimmt in Europa zu, was sich in steigenden Handelsvolumina in den bereits handelbaren LME-Stahlkontrakten widerspiegelt.

Steigender Stahlausstoß
Deutschlands Stahlerzeuger haben ihre Rohstahlproduktion im Mai 2018 auf 3,9 Millionen Tonnen gesteigert. Sie produzierten damit 2,6% mehr Stahl als im Mai 2017. Das war mehr als im EU-Durchschnitt, wo das Plus bei 1,8% lag. Noch größer fielen die Steigerungsraten in den USA (+3,0% auf 7,11 Millionen Tonnen) und China (+8,9% auf 81,13 Millionen Tonnen) aus, meldet Worldsteel. Die weltweite Kapazitätsauslastung der Stahlwerke legte um 4,2% auf 77,7% zu.