04.06.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Montag, 4. Juni 2018

EU-Stahlmarkt wird Staatskonzern nicht gerecht
Der teilstaatliche Salzgitter-Konzern, an dem das Land Niedersachsen einen Anteil von 26,5% hält, fordert, den EU-Stahlmarkt weiter abzuschotten. Nach dem Inkrafttreten der US-Strafzölle sei es notwendig "kurzfristig geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die EU-Stahlindustrie vor umgelenkten Stahlmengen zu schützen", sagt Konzernchef Heinz Jörg Fuhrmann dem Tagesspiegel. Er wolle die Gunst der Stunde nutzen, um das Stahlangebot in der EU zu verknappen und die Stahlpreise zu erhöhen, meinen Kritiker.

Aus manchen Ländern sind die Importe in die EU bereits deutlich angestiegen, so zum Beispiel aus der Türkei. Dies könnten durchaus Umlenkungsmengen aufgrund der angekündigten US-Maßnahmen sein, so Fuhrmann. Es könnte (und das ist wesentlich wahrscheinlicher) aber auch mit dem Wertverfall der türkischen Lira zusammenhängen. Doch das lässt der Salzgitter-Chef unter den Tisch fallen. Überdies steht seit Monaten in den Berichten über den EU-Stahlmarkt von Metal Bulletin, Platts und MEPS, dass Importstahl kaum eine Rolle spiele, weil es zu teuer sei.

Aktuelle Stahlpreise Spotmarkt
Der auf einer türkischen Schrottmischung basierende und an der Londoner Metallbörse (LME) gehandelt Stahlschrottkontrakt sinkt zu Monatsbeginn auf 338 US-Dollar je Tonne. Anfang Mai hatte der Kontrakt bei 356,50 Dollar gelegen. Betonstahl (B500C) wird an der LME für 534 Dollar gehandelt. Das sind 22 Dollar weniger als vor Monatsfrist. Der US-Warmbandkontrakt setzt seinen Höhenflug auf 924 US-Dollar je Short Tonne (907,185 kg) fort.