03.07.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Dienstag, 3. Juli 2018

USA schneiden sich ins eigene Fleisch
Es gibt ein erstes klares Indiz dafür, dass die US-Strafzölle auf Stahl ihre Wirkung verlieren. So legten die Stahlpreise für Flachstähle wie Warmband in den Vereinigten Staaten seit Jahresbeginn um 34% zu. In Westeuropa habe der Anstieg hingegen nur 3,4% betragen, berichtet die Metallberatungsgesellschaft MEPS.

Weil die Stahlpreise zwischen beiden Seiten des Atlantiks so weit auseinanderklaffen, ist es amerikanischen Stahlverwender trotz 25% Strafzoll aus Kostensicht weiterhin möglich, Importstahl zu beziehen. Das war ganz sicherlich nicht die Absicht von Trump, als er im Frühjahr die Strafzölle lancierte.

Nach den Untersuchungen, ob Importstahl die nationale Sicherheit der USA gefährden, läuft derzeit eine weitere. Diesmal geht es darum, ob der steile Anstieg der US-Stahlpreise auf "illegitime Geschäftemacherei" zurückgeführt werden kann. Die Stahlpreise haben deutlich mehr als 25% zugelegt, was möglicherweise mit spekulative Aktivitäten, wie das Zurückhalten von Stahl, zusammenhänge, skizziert Handelsminister Wilbur Ross.

Europäer trotz Strafzöllen mit guten Absatzchancene
Rechnet man auf den aktuellen Stahlpreis für Warmband aus westeuropäischen Produktion von 556 Euro je Tonne 25% Strafzoll obendrauf, ergibt sich ein US-Exportpreis ohne Frachtkosten von 695 Euro. Das ist immer noch deutlich günstiger als US-Warmband, für das Stahlverwender inzwischen 1.000 Euro (855 Euro) hinlegen müssten.