11.07.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 11. Juli 2018

Der deutsche Wirtschaftsmotor stockt. Es läuft bei weitem nicht mehr so gut wie Ende 2017. Die ZEW-Konjunkturerwartungen sinken auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren. Der monatliche Rückgang des Index fällt erneut stärker aus als erwartet. Auch bei einem vom Beratungsunternehmen Sentix ermittelte Konjunkturindex stehen die Zeichen auf Abschwung, und zwar für Deutschland und die Eurozone.

Damit bleibt die Gefahr einer harten Landung der deutschen Wirtschaft allgegenwärtig. Noch haben die Industriefirmen gut gefüllte Auftragsbücher. Sind die Bestellungen in drei bis sechs Monaten abgearbeitet, dürfte es allerdings eng werden, zumal der Auftragseingang in der Industrie im ersten Halbjahr ebenfalls enttäuschend ausfiel.

"Das niedrigste Auftragsplus seit über zwei Jahren sorgte dafür, dass sich das Wachstum der deutschen Industrie im Juni weiter abkühlte." Ferner zeigen Einkaufsmanager-Daten von IHS Markit Probleme an Beschaffungs- und Absatzmärken: "Infolge der jüngsten Abwertung des Euro und der Verteuerung von Metallen und Kunststoffen waren die Unternehmen im Juni mit dem stärksten Kostenanstieg seit vier Monaten konfrontiert. Die Verkaufspreise wurden hingegen mit der niedrigsten Rate seit letztem Oktober angehoben."

Darüber hinaus spielt die Trump-Regierung weiter die Rolle des Störers der Weltwirtschaft. Das Weiße Haus überzieht China und demnächst wohl auch Europa mit weiteren Zöllen: "Vor allem die Befürchtung einer Eskalation des internationalen Handelskrieges mit den Vereinigten Staaten belastet den konjunkturellen Ausblick", so ZEW-Präsident Achim Wambach.